Hitler als Werbeträger: Türkisches Shampoo wirbt mit Diktator

Die jüdische Gemeinde in der Türkei verlangt den sofortigen Rückzug einer geschmacklosen Werbung, in der Hitler ein Shampoo promotet. Doch die Werbeagentur findet das offenbar nicht so schlimm, denn trotz Aufforderung läuft die Werbung weiterhin. Aufmerksamkeit ist dem Shampoohersteller nun sicher.

+++ Aktuell: Nach Protesten: Türkische Shampoo-Werbung mit Hitler wird nicht mehr gezeigt  +++

Trotz der Aufforderung der jüdischen Gemeinde in der Türkei hat eine Shampoo-Marke ihre fragwürdige TV-Werbung, in der Hitler für das Produkt wirbt, nicht zurückgezogen. In der Werbung für Männer-Shampoo wird Original-Filmmaterial von Hitler gezeigt, das mit deutschem Untertitel und in türkischer Sprache gezeigt wird. Er wirbt in dem Werbefilm für das Produkt, indem er sagt: „Wenn du keine Frauenkleider trägst, dann benutz auch kein Frauenshampoo. Hier ist es. Wenn du ein Mann bist, musst du dieses Shampoo benutzen. Richtige Männer nehmen das.“

Die jüdische Gemeinde in der Türkei erklärte in einer offiziellen Stellungnahme: „Trotz der Diskussion, die wir darüber mit dem Inhaber der Werbeagentur hatten, in der wir unsere Enttäuschung und Sorge ausgedrückt hatten, müssen wir nun leider feststellen, dass die Werbung weiterhin in den Medien ausgestrahlt wird“ (die Minderheiten in der Türkei fordern mehr religiöse Freiheit – mehr hier).

Die Gemeinde betont: „Wir wollen noch einmal ausdrücklichen daran erinnern, dass es vollkommen unakzeptabel ist, Gebrauch von Hitler – dem historisch größten Beispiel von Grausamkeit und Brutalität, einer, der mit seiner perversen Ideologie den Tod von Millionen Menschen zu verantworten hat – zu machen, um auf die Werbung aufmerksam zu machen.“

Auch Oberrabbiner İshak Haleva konnte gar nicht glauben, was er da sah. „Das ist außerhalb jeder Ethik und eine erhebliche Verletzung der Menschenrechte“, so Haleva. Er hofft, dass nun die nötige Sensibilität gezeigt werde und es schnell eine Richtigstellung gäbe. Auch die jüdische Gemeinde wartet derzeit noch vergeblich auf eine Entschuldigung von der Werbeagentur.

Türkische Medien vermuten zudem, dass sich die Vermarkter des Shampoos sehr wohl über die nun auch internationalen Reaktionen über die Dikator-Werbung bewusst waren (in dänischen Geschichtsbüchern gilt auch Atatürk als Dikator – mehr hier). Ganz gezielt habe man für Aufsehen sorgen wollen, schreibt die Sabah.

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