Südkorea setzt auf türkische Kaufkraft

Am Rande des Nukleargipfels unterzeichneten Südkorea und die Türkei am Montag ein Freihandelsabkommen. Zunächst hat dadurch vor allem Südkorea Vorteile, denn das Land ist primär Exporten interessiert. Für das hohe Leistungsbilanzdefizit der Türkei ist das schlecht.

Während des Nukleargipfels in Südkorea wurde viel mehr als Atomsicherheit besprochen. Die Türkei und Südkorea haben am Montag ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Der Südkoreanische Präsident Lee erklärte, er beobachte die positive wirtschaftliche Entwicklung der Türkei schon lange. Derzeit verbinde die beiden Länder eine strategische Partnerschaft. Diese müsse jetzt ausgebaut werden. Das Abkommen begünstigt zunächst vor allem Importe aus Südkorea. Für die Türkei bedeutet das derzeit nichts Gutes, denn der hohe Wert der Importe im Gegensatz zu weniger Exporten steigert das Leistungsbilanzdefizit (dabei sollten die Importe gesenkt werden – mehr hier).

Die Veränderungen werden schrittweise erfolgen. Mit dem unterzeichneten Freihandelsabkommen werden zunächst die Zollgebühren für industrielle Produkte, die aus Südkorea in die Türkei exportiert werden, innerhalb von fünf Jahren vollkommen abgeschafft. Für den Export aus der Türkei nach Südkorea wird die Abschaffung der Gebühren innerhalb von sieben Jahren wegfallen. In zehn Jahren wird das auch auf landwirtschaftliche Produkte zutreffen.

Das Handelsvolumen zwischen der Türkei und Südkorea betrage sieben Milliarden Dollar, so Erdogan nach Unterzeichnung des Abkommens. Er hofft vor allem auf Investitionen aus Südkorea in die Automobilbranche und die Technologie. Doch derzeit betrifft das Abkommen die Investitionen noch gar nicht.

„Dieses Abkommen handelt nur vom Güter- und Produkthandel. Innerhalb eines Jahres wird der Deal auf Dienstleistungen und Investitionen erweitert, so ein Sprecher des südkoreanischen Wirtschaftsministeriums. Vor drei Jahren hatten die Türkei und Südkorea die Verhandlungen zu einer Freihandelszone aufgenommen. Noch weitere Änderungen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit seien geplant.

Das Interesse an dem schnellen Ausbau der wirtschaftlichen Beziehung zur Türkei seien nach Angaben des Ministeriums groß, denn mit dem starken Wirtschaftswachstum sei die Türkei ein vielversprechender Markt für Exporte (die Türkei hat derzeit das höchste Leistungsbilanzdefizit aller G-20 Staaten – mehr hier).

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