Sarkozy: Radikale Imame sind in Frankreich unerwünscht!

Im April soll in Frankreich ein islamischer Kongress mit Gästen aus aller Welt stattfinden. Sarkozy persönlich verhindert nun die Einreise bestimmter Teilnehmer, darunter der bekannte islamische Rechtsgelehrte al-Qaradawi.

Nach dem Attentat von Toulouse will sich Sarkozy jetzt persönlich dem Problem der islamistischen Radikalisierung annehmen (der Attentäter wurde gestellt und dabei getötet – mehr hier). Die Teilnehmer eines islamischen Kongresses, der im April stattfinden werde, und von der Union französisch-islamischer Organisationen (UOIF) organisiert wird, seien überprüft worden.

„Ich habe klargestellt, dass bestimmte Personen , die zu diesem Kongress eingeladen wurden, auf französischem Boden nicht willkommen sind“, sagte Sarkozy dem französischen Inforadio.

Bei dem ägyptischen islamischen Rechtsgelehrten Yusuf al-Qaradawi, ein ehemaliges Mitglied der Muslimbrüder, habe er sofort interveniert. Dem in Katar lebenden 86-Jährigen habe man allerdings nicht so einfach an der Einreise hindern können, da er einen Diplomatenpass habe. „Ich habe dem Emir von Katar zu verstehen gegeben, dass diese Person nicht auf dem Territorium der französischen Republik willkommen ist“, so Sarkozy. Seine Message sei angekommen, denn er „wird nicht kommen“, erklärte Sarkozy weiter.

Schon 2008 wurde Qaradawi die Einreise nach Großbritannien verweigert, weil er versuche „terroristische Aktionen zu rechtfertigen und Konflikte zu schüren“. Über ihn ist bekannt, dass er sehr konservative Standpunkte vertritt. Zudem äußerte er sich wiederholt negativ über Juden und nennt sie Feinde Gottes. Der UOIF, eine der drei islamischen Organisationen in Frankreich, wird eine Nähe zur ägyptischen Muslimbruderschaft nachgesagt.

Sarkozy hatte in der vergangenen Woche verkündet, es würde nun auch gegen diejenigen strafrechtlich vorgegangen werden, die sich im Internet wiederholt islamistische Inhalte anschauen. Über den Attentäter von Toulouse gäbe es schon neue Erkenntnisse. (der französische Geheimdienst wusste offenbar von ihm – mehr hier). „Er ist ein junger Krimineller, der ganz plötzlich zu einem aktiven Terroristen wurde. Soweit wir das wissen, gab es keine Zelle“, meint Sarkozy.

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