Er wollte sein kleines Mädchen verkaufen: Türkischer Vater muss 7 Jahre hinter Gitter

Bereits seit Anfang Februar bewegt der Fall die Türkei: Ein Vater, der seine zum Tatzeitpunkt erst zwölfjährige Tochter an einen 54-jährigen Geschäftsmann für 5000 Lira verkauft hat, muss nun für sieben Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Der Geschäftsmann erhielt 24 Jahre Haft.

Das Gericht befand Osman Y., Vater der damals 12-jährigen  E.Y., „des Verbrechens der Einschränkung der Freiheit zu sexuellen Zwecken und sexueller Übergriffe“ für schuldig und verurteilte ihn zu sieben Jahren, neun Monaten und 22 Tagen Gefängnis. Auch Yusuf A., der Mann, der das Mädchen gekauft hat, wurde vom Gericht der „Freiheitsberaubung zum Zwecke des sexuellen Missbrauchs“ sowie wegen „kontinuierlicher sexueller Übergriffe“ für schuldig befunden. Er erhielt 24 Jahre Gefängnis (das gefährlichste „Pflaster“ für Frauen ist derzeit allerdings Istanbul – mehr hier).

Der Vorfall, der sich bereits vor sechs Jahren in Antalya ereignete, wurde im vergangenen Februar von den türkischen Medien aufgegriffen. Die beiden Männer hatten damals einen handschriftlichen Vertrag ausgearbeitet – am vergangenen Sonntag war dieser in zahlreichen türkischen Blättern abgedruckt. Der Vertrag, datiert auf den 12. Februar 2006, enthält unter anderem folgenden von Osman Y. geschriebenen Punkt: „Ich habe meine Tochter für 5000 Lira verkauft. Ich übergebe meine Tochter E.Y. am 12. Februar 2006 an Yusuf A. Die Summe habe ich in bar erhalten. Meine Tochter wird ab oben genanntem Zeitpunkt unter der Vormundschaft von Yusuf A. leben.“

Polizei fahndet sechs Jahre nach Geschäftsmann

Der Fall um das heute 18-jährige Mädchen hatte im Laufe seiner Aufdeckung für einige Verwirrung gesorgt. Sechs Jahre lang hatte die Polizei nach dem ominösen Geschäftsmann gesucht. Erst jetzt, im Februar 2012, konnte ein Verfahren eröffnet werden. Doch aus dem Munde des heute 54-jährigen Vaters hörte sich die Geschichte jedoch ganz anders an. Angeblich habe es sich um einen “bekannten Geschäftsmann” gehandelt, der seiner Tochter lediglich habe unterrichten und einen Job in einer staatlichen Einrichtung, in der er selbst tätig gewesen sein soll, verschaffen wollen. Ebenso hahnebüchen die Behauptungen des Geschäftsmannes: Er erklärte, der Vater habe ihm das Mädchen freiwillig verkauft und sei auch mit dem Vertrag, weil er damit rechnete, dass es andernfalls Probleme geben könnte, einverstanden gewesen. Weiter vertrat der Geschäftsmann den Standpunkt, dass der Vater damals dringend Geld benötigt hätte. Er drohte damit, die Kleine zu töten, falls er sie nicht kaufen würde (zu diesem Zeitpunkt war der Aufenthaltsort der 18-Jährigen noch unbekannt – mehr hier).

Später meldete sich dann das Opfer zu Wort und gab zu Protokoll, dass ihre Eltern nichts mit der Sache zu tun gehabt hätten. In der TV-Show „Müge Anlı ile Tatlı Sert“ auf ATV forderte die junge Frau aber gleichzeitig eine harte Strafe für ihren Peiniger. Ihre Version: Ihre Eltern hätten sofort, nachdem sie von der Vergewaltigung erfahren hätten, Anzeige erstattet. Danach habe ihnen der Täter Geld angeboten, damit sie die Anzeige zurückziehen. Zudem wüsste sie nicht einmal mehr so genau, ob die Unterschrift auf diesen so schrecklichen Vertrag überhaupt ihre eigene gewesen sei (die Behörden stuften das Mädchen als schwer traumatisiert ein – mehr hier).

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