Le Pen: Sarkozy belügt die Türkei seit fünf Jahren

Die Sarkozy-Regierung führe die Türkei an der Nase herum, sagt Marine Le Pen. Sie sei ehrlich und sage klipp und klar, dass in der EU kein Platz für die Türkei sei. Damit gehe sie respektvoller mit der Türkei um als der französische Präsident.

„Während der fünfjährigen Regierungszeit von Sarkozy wurde die Türkei immer belogen“, erklärt Marine Le Pen. Diesen Betrug verdiene die Türkei nicht. „In Frankreich gibt es eine Redensart: ‚Die Karotte zeigen‘. Sie zeigen der Türkei eine Karotte, deren Ende an einem Faden befestigt ist. Die Türkei läuft voller Hoffnung auf die EU zu.

EU-Betrittsverhandlungen sind „Betrug am türkischen Volk“

Und dann zieht Frankreich an dem Faden und die Karotte ist wieder weiter weg“, beschreibt Le Pen das Verhalten Sarkozys im Gespräch mit der Hürriyet. Sie würde das nicht so machen. „Ist das die richtige Beziehung zwischen zwei unabhängigen Staaten, ein respektvolles Verhalten? Das ist Betrug am türkischen Volk“, so Le Pen weiter.

Stattdessen müsse Frankreich von Anfang an mit offenen Karten spielen. „Man muss ganz klar sagen, dass es keine Chance auf eine EU-Mitgliedschaft gibt“, betont sie. Wirtschaftliche und politische Beziehungen könnten auch ohne diese gestärkt werden.

Nach dem Attentat von Toulouse hat die Front National (FN), dessen Vorsitzende Le Pen ist, den Kampf gegen den „radikalen Islam“ angekündigt. Diese Gefahr sieht Le Pen insbesondere bei Einwanderern, deren Zahl sie drastisch verringern will (auch Sarkozy will in der gesamten EU die Änderung der Einwanderungsgesetze – mehr hier).

Doch viel mehr als die FN hat Sarkozy mit seinem Auftreten nach dem Attentat von Toulouse bei den Franzosen gepunktet (seine autoritäre Haltung ähnelt der Erdoğans – mehr hier). Mit neuen Gesetzesvorhaben versucht er das Thema Sicherheit in Frankreich klar zu besetzen. So verkündete er kürzlich, er sollten auch diejenigen strafrechtlich belangt werden, die sich islamistische Inhalte im Internet anschauen (mehr hier).

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