Erdoğan: Ab 2030 zehn Prozent der Elektrizität aus Atomenergie

Mehrere Atomanlagen sollen in der Türkei für die Senkung des Energieimports sorgen. Der Plan soll so schnell wie möglich in die Tat umgesetzt werden, denn es sei auch das Recht der Türkei vom friedlichen Gebrauch der Atomenergie zu profitieren.

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„Die Nutzung von sicheren, günstigen und umweltfreundlichen Energiequellen ist ein Grundpfeiler unserer Entwicklungsstrategie“, so der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan am vergangenen Dienstag auf dem Nukleargipfel in Seoul. Die Türkei werde entschieden ihr ehrgeiziges Atomenergieprogramm weiterführen. Das erste Ziel sei dabei für 2030 gesteckt. In diesem Jahr „wird die Türkei in der Lage sein, zehn Prozent des Elektrizitätsbedarfs aus Atomenergie zu beziehen“, so Erdoğan weiter (das erste Atomkraftwerk wird von einem russischen Unternehmen in der Provinz Mersin gebaut – mehr hier).

AKW soll Türkei unabhängiger machen

Für die Sicherheit werde gesorgt, indem man sich an den Richtlinien der Internationalen Atomenergie Behörde (IAEA) orientiere. Es liege im Interesse aller Länder, gemeinsam eine Atomsicherheits-Kultur zu schaffen. Wie schwer es ist diese Sicherheit zu gewährleisten, zeigte die Atomkatastrophe von Fukushima im vergangenen Jahr. Für die Regierung ist derzeit das Problem des hohen Energieimports allerdings wichtiger. Immer wieder kommt es zu Engpässen. Mit einem AKW will sich die Türkei nun unabhängiger machen (Greenpeace empfiehlt der Türkei dagegen auf alternative Energien zu setzen – mehr hier).

Zeitgleich zu Erdoğans Atom-Statement veröffentlichte der japanische AKW-Betrieber Tepco die neuesten Informationen zur aktuellen Lage in Fukushima. Auch über ein Jahr nach der Katastrophe ist die Gefahr nicht gebannt. Die Strahlungswerte in Reaktor 2 sind zehnmal höher als eine tödliche Dosis. Erdoğan ist sich der Gefahr bewusst, doch er meint nur „was in Fukushima passiert ist, hat uns, zusätzlich zu den Ereignissen von Tschernobyl und Three Miles Island, an die Notwendigkeit der Atomsicherheit erinnert“.

Erdbebensicherheit wird in der Türkei vernachlässigt

Wie Japan ist die Türkei ein Erdebengebiet (das letzte große Erdbeben liegt erst einige Monate zurück – mehr hier). Japan hat sich dieser Gefahr in Form der erdbebensicheren Bauweise angenommen – und konnte den Vorfall trotzdem nicht verhindern. Erdbebensicherheit wurde in der Türkei trotz wiederholter Versprechungen noch nicht im gesamten Land angewendet. Immer wieder fordern auch kleinere Beben viele Opfer, weil sich die Bauherren über Richtlinien hinwegsetzen können.

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