Strafe bestätigt: Türkischer Mädchenmörder muss 24 Jahre in Haft

Es bleibt bei 24 Jahren Gefängnis: Wie das Oberste Berufungsgericht der Türkei nun entschieden hat, muss Cem Garipoğlu, der des Mordes an seiner erst 18-jährigen Freundin Münevver Karabulut beschuldigt wird, in der Tat ganze 24 Jahre hinter Gitter. In einem früheren Urteil hatte er ursprünglich lebenslänglich erhalten.

Erst im vergangenen November hatte die vierte Strafkammer von Bakırköy 24 Jahre Gefängnis über den 24-jährigen Täter für den vorsätzlichen Mord an Münevver
Karabulut im März 2009 in seinem Haus im Istanbuler Bezirk Bahçeşehir verhängt (bei der Tat handelte es sich um keine Impulshandlung, vor dem Mord kaufte er noch Werkzeug – mehr hier). Das Gericht reduzierte die Strafe von Garipoğlu damit von einer lebenslanger Haft, da er zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig war (für den Mord an Tochter bzw. Enkelin erhielten zwei türkische Männer kürzlich lebenslänglich – mehr hier).

Die 1. Kammer des Obersten Berufungsgerichts, der ein Antrag auf Berufung durch die Verteidigung zugekommen war, bestätigte nun Garipoğlus Strafe, verwarf jedoch gleichzeitig eine Entscheidung des Amtsgerichts, das den Vater des Jungen für unschuldig erklärte. Mehmet Nida Garipoğlu wurde beschuldigt, seinem Sohn während und nach dem Mord geholfen und ihn sogar aufgehetzt zu haben. Nach Ansicht der Kammer ist der Vater in der Tat der Beihilfe zum Mord schuldig zu befinden (ohnehin gilt die Region Istanbul mittlerweile als gefährlicher für Frauen als etwa der Osten des Landes – mehr hier).

Täter flüchtete 197 Tage vor der Polizei

Die Leiche des jungen Mädchens wurde im März 2009 in einem Müllsack in einem Müllcontainer aufgefunden. Ihr abgetrennter Kopf befand sich oben auf in einem Gitarrenkoffer. Nicht lange, dann galt Garipoğlu den Ermittlern als Hauptverdächtiger. Schließlich war er die letzte bekannte Person, die mit der jungen Frau Kontakt hatte. Ganze 197  Tage befand er sich anschließend auf der Flucht bis er sich am Ende doch den Behörden stellte und in Untersuchungshaft kam. Gegenüber der Polizei soll er später gesagt haben: “Als ich Münevvers leblosen Körper sah, wollte ich mich selbst töten. Aber ich konnte nicht.” Was ihn überhaupt zu dieser schrecklichen Tat angetrieben hatte, darüber gibt es bis heute keine Aussagen.

Das Gericht bestätigte nun auch die dreijährige Haftstafe der Mutter Tülay Makbule Garipoğlu sowie das Urteil gegen den Onkel Hayyam Garipoğlu wegen Beihilfe zur Flucht.

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