Drama in Ankara: Streunende Hunde töten Iraner

Es ist ein Horrorszenario, das sich auch Hollywood nicht schlimmer ausmalen könnte. In der Türkei ist es dennoch grausame Realität geworden: Ein iranischer Mann wurde am vergangenen Donnerstag in Ankaras Stadtteil Eryaman von einem Rudel streunender Hunde angegriffen und getötet.

Wie CNNTürk derzeit berichtet, handelt es sich bei dem Opfer um einen pensionierten Lehrer. Der 60-jährige Majid Yahyakhani war auf dem Weg zu seiner Morgengymnastik als er von neun streunenden Hunden attackiert wurde. Zeugen des Geschehens konnten zwar noch die Polizei um Hilfe rufen. Doch als die Beamten endlich eintrafen, war Yahyakhani bereits von der Meute getötet worden.

Die Familie von Majid Yahyakhani will seinen Leichnam nun in den Iran überführen. Der grausame Vorfall selbst soll jedoch nicht ungesühnt bleiben. Wie die Angehörigen ankündigten, soll die Gemeinde wegen der streunenden Hunde zur Rechenschaft gezogen werden. Die Behörden haben die Hunde nach dem Unglück einfangen können. Ob es bereits Pläne gibt, wie solche Zwischenfälle in Zukunft vermieden werden können, darüber ist allerdings noch nichts bekannt.

PETA fordert flächendeckende Kastrationen

Das Problem mit streunenden Hunden und Katzen ist vor allem in den Tourismusregionen der Türkei ein altbekanntes Problem. Wie die Tierschutzorganisation PETA informiert, würden in der Türkei jährlich tausende so genannter Streuner vor Beginn der Touristensaison getötet (erst kürzlich wurde Reality-Star Kim Kardashian von einer PETA-Aktivistin attackiert – mehr hier). „Die Hunde und Katzen, die die ‚Säuberungen‘ überleben, können sich im Sommer und Herbst fast ungehindert fortpflanzen. Im Winter, wenn viele der Hotels schließen, werden die Tiere sich selbst überlassen. Tausende Tiere verhungern oder sterben an den Folgen von Krankheiten, Unfallverletzungen oder menschlicher Gewalteinwirkung. Dies aber ist Kalkül vieler touristischer Regionen.“ (Mitte März wurde die Gründung der ersten Tierschutzpartei in der Türkei bekannt – mehr hier)

Konzepte zur Geburtenkontrolle seien hingegen kaum vorhanden. Stattdessen würden immer wieder Tiere vergiftet, ertränkt oder in Nacht-und-Nebel-Aktionen eingefangen und weggebracht. Das Schicksal dieser Tiere, so PETA, könne man nur erahnen. Die Organisation fordert deshalb: „Die einzige Lösung, die human ist und dafür sorgen kann, dass die Überpopulation nachhaltig eingedämmt wird, ist die Kastration der Tiere.“ In der Zwischenzeit würden auch überwachte Futterplätze helfen, das Problem in den Griff zu bekommen.

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