Harry Potter: Darum gab’s nie einen Oscar

Die Abenteuer des Zauberlehrlings Harry Potter und seiner tapferen Gefährten begeisterten über die letzten Jahre Millionen und machte seine Schöpferin J.K. Rowling zu einer der reichsten Frauen Großbritanniens. Der Erfolg ist nahezu unerreicht. Eine Sache blieb den Stars aber bisher verwehrt: Ein Oscar.

Acht Versuche – acht Mal scheiterte Harry Potter an der Oscar-Jury. Ein zermürbendes Ergebnis, das so ganz und gar nicht mit dem Kult um Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint und Co. in Einklang zu stehen scheint. Immerhin: Binnen der vergangenen zehn Jahre waren die Filme rund um die Zauberschule Hogwarts ganze zwölf Mal für einen Oscar nominiert: Ausstattung, visuelle Effekte, Make-up, Kamera, Kostüme und Musik – alles war bereits dabei. Doch bis auf die Bühne im Kodak Theatre in Los Angeles hat es Harry Potter nie geschafft. Am Ende konnte selbst Magie nichts ausrichten.

Kein Wunder, dass die Frustration über die Jahre anwuchs. Das Ensemble und die Crew im Hintergrund arbeiteten an einer der populärsten Reihe der Filmgeschichte. Und das sollte ohne die wichtigste Auszeichnung im Filmgeschäft bleiben?

Martin Scorseses „Hugo“ sticht Harry Potter aus

Mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“, der im vergangenen Jahr in die Kinos kam, sollte die letzte Chance auf einen Oscar heraufziehen. Für Ausstattung, Make-up und visuelle Effekte kam der Streifen sogar in die engere Wahl. Doch in zwei Kategorien hatte man gegenüber Martin Scorseses „Hugo“ das Nachsehen. Die Auszeichnung für das beste Make-up ging schließlich an die Filmographie über Margareth Thater „Die Eiserne Lady“ (der iranische Film gewann zwar, gefeiert wurde aber nicht – mehr hier).

„Ich denke, viele von uns blicken mittlerweile mit ziemlich trockenem Humor auf die Arbeit der American Academy, in der ich selbst Mitglied bin“, so John Richardson, der bei den Harry Potter Filmen für die Special Effects verantwortlich war. „Es drängt sich die Frage auf, warum Harry Potter nicht einmal für seinen letzten Streifen, Heiligtümer des Todes Beachtung bekam“, so Richardson gegenüber der Presse während der Eröffnung der Potter Studio Tour in den Leavesden Studios außerhalb von London. „Wir haben von der Academy drei Nominierungen erhalten… für wahrscheinlich einen der best gemachtesten und kommerziell erfolgreichsten Filme des letzten Jahres, während ein Martin Scorsese Film „Hugo“, der nicht annähernd so erfolgreich war, drei Auszeichnungen gewann, oder waren es sogar vier?“ Tatsächlich waren es sogar fünf.

Voting-System bei den Oscars hat Schuld

Oder war der Erfolg von „Heiligtümer des Todes – Teil 2“, der 1,3 Milliarden Dollar an weltweiten Eintrittskarten umsetzte vielleicht zu groß? Nick Dudman, mit zuständig für die Special Effects, ist überzeugt, dass Harry Potter zu Unrecht links liegen gelassen wurde. „Wir verlieren nach wie vor“, so Dudmann gegenüber der Presse. Harry Potter sei weltweit in Sachen Auszeichnungen ignoriert worden, was er persönlich ziemlich seltsam finde. Für die Crew, so wird während seiner Ausführungen deutlich, gelte es, sich an ihrer eigenen Arbeit hochzuziehen. Schließlich habe man großartige Dinge erschaffen und dabei noch eine großartige Zeit gehabt. Für Richardson ist klar, warum Harry Potter nie einen Oscar einstreichen konnte. Seiner Meinung nach liege das am Voting-System (die US-Presse zeichnete bereits vor der jüngsten Verleihung ein düsteres Bild der Entscheider – mehr hier). Die BAFTAs, das britische Äquivalent zu den Oscars, machen das anders. Hier können nicht alle Mitglieder über alle Kategorien entscheiden, sondern die Experten nur jeweils in ihrer Spezialkategorie. So dass am Ende eine fundierte Entscheidung zustande kommt. Und siehe da: Hier war Harry Potter auch erfolgreich. Schließlich würden, so seine Ansicht, viele einfach nicht verstehen, welche Arbeit hinter einzelnen Aspekten eines Filmes stecken würde.

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