Wegen radikalen Ansichten: Frankreich weist türkischen Imam aus

In einer öffentlichen Erklärung gab die französische Regierung bekannt, fünf Personen, die für radikal gehalten werden, auszuweisen. Während ein Migrant mit algerischen Wurzeln und ein Imam aus Mali bereits das Land verlassen mussten, warten der Türke Yusuf Yüksel und zwei weitere noch auf die Ausreise.

Das französische Innenministerium erklärte am Montag, es sei entschieden worden, dass drei Imame, darunter der Türke Yusuf Yüksel, und zwei Migranten wegen ihren radikalen Ansichten ausgewiesen werden. Zwei der Personen, ein Migrant mit algerischen Wurzeln und ein Imam aus Mali, wurden bereits abgeschoben. Yusuf Yüksel, ein saudischer Imam und ein Migrant aus Tunesien werden ebenfalls in kürzester Zeit das Land verlassen müssen.

„Wir akzeptieren keinen islamistischen Extremismus. Das ist keine neue Politik, aber nach dem, was in Toulouse und Montauban passiert ist, sind wir wachsamer als je zuvor“, erklärte Innenminister Gueant BFM TV.

Schon kurz nachdem die Behörden den Attentäter Mohamed Merah gestellt hatten, wurde an der richtigen Vorgehensweise gezweifelt. Später wurde bekannt, dass französische Behörden Kenntnis von dem Attentäter hatten. Sie wussten anscheinend, dass dieser in einem Ausbildungslager in Afghanistan war (bei der Stürmung der Wohnung von Mohamed Merah wurde dieser getötet – mehr hier).

Ausweisungen: Stimmengewinn für Sarkozy?

Diese Versäumnisse versucht die Regierung nun offenbar nachzuholen und wird tätig. Vor allem Sarkozy könnte dadurch die Zustimmung der Wähler bekommen, denn er gilt, im Gegensatz zu seinem Rivalen Hollande, als Mann der Taten. In Sachen Beliebtheit hat Sarkozy aufgeholt. In aktuellen Umfragen liegt er nur noch 1 bis 2 Punkte hinter Hollande. Doch wählen würden die meisten immer noch Hollande. Er liegt in Wahlumfragen noch 8 Punkte vor Sarkozy.

Nach Angaben von Reuters handelt es sich bei dem ausgewiesenen Algerier um einen Mann, der bereits 1994 wegen einem terroristischen Anschlag in Marrakesch verurteilt worden war. Er habe erneut Kontakte zu radikalen Strömungen aufgenommen.

Der Imam aus Mali wurde dagegen ausgewiesen, weil er Antisemitismus, die Verschleierung des Gesichts und die Ablehnung des Westens gepredigt haben soll. Der türkische und saudische sowie der tunesische Migrant müssen das Land verlassen, weil sie zu Apostasie, also zur Tötung beim Abfall vom Glauben, aufgerufen haben sollen. Schon in der vergangenen Woche hatte Sarkozy die Einreise von einigen islamischen Gelehrten zu einer Konferenz in Frankreich verhindert (mehr hier).

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