Türkei: Zahl der HIV-Infizierten steigt!

Trübe Erkenntnis anlässlich des Weltgesundheitstages: Die Türkei erlebt derzeit einen stetigen Anstieg der HIV-Infektionsraten. Die Zahl der Personen, die mit dem HIV-Virus infiziert sind, hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Jahr 2011 nahezu 5,500 erreicht.

Laut den vorliegenden Daten sind derzeit  5,224 Menschen in der Türkei mit dem HIV-Virus infiziert. Die deutliche Mehrheit von ihnen sind Männer (3,723). Die meisten Infektionen finden sich in der westlichen Marmara-Region. In der Provinz Istanbul gibt es die meisten gemeldeten Fälle von HIV-Infektionen. Ihnen folgen Ankara, İzmir, Antalya, Mersin, Adana und Bursa. Laut Datenstand des Ministeriums sind 16 Prozent der AIDS-infizierten Personen Ausländer. Die meisten von ihnen stammen aus der Ukraine, Moldawien und Rumänien.

Neben den totalen Zahlen geben die Daten des türkischen Gesundheitsministeriums aber auch Aufschluss über eine negative Entwicklung. Denn demnach hat die Gesamtzahl der HIV-Patienten in der Türkei einen stetigen Anstieg in den vergangenen vier Jahren erfahren. Waren es 2010 bereits 4,312, lag die Zahl im Jahr zuvor noch bei 3,898. 2008 war sie mit 3,370 noch einmal niedriger.

58-jähriger Türke infiziert sich durch Bluttransfusion

In der Zwischenzeit hat in der Türkei der Fall eines 58-jährigen Mannes für Aufsehen gesorgt. Der Aids-Patient war fünf Monate nach der Infektion verstorben, weil er nach Angaben seines Anwalts Selçuk Bayram kein Krankenhaus finden konnte, das ihn adäquat behandeln konnte. Laut Bayram wurde der Mann durch eine Bluttransfusion des Türkischen Roten Halbmondes (Kızılay) während einer Bypass-Operation im vergangenen Jahr infiziert (türkische Patienten bevorzugen übrigens auch private Krankenhäuser – mehr hier). Im Juli 2011 wurde der Mann HIV-positiv getestet. Bereits im Januar 2012 verstarb der Patient. Der 58-jährige Patient hatte zwar die notwendige Krankenversicherung, um seine Ausgaben zu decken, war aber nicht in der Lage ein Krankenhaus zu finden, das ihn aufgrund der Stigmatisierung als Aids-Kranken behandelte (Diabetes-Patienten sollen hingegen bald noch besser mit ihrem Arzt vernetzt werden – mehr hier).

Die Familie hat mittlerweile Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Ümraniye gestellt. Darin wirft sie Kızılay vor, den Krankenhäusern ungetestetes Blut zur Verfügung zu stellen. Kızılay wiederum bestreitet die Vorwürfe. Die Organisation erklärte vielmehr, alle notwendigen Tests durchgeführt zu haben, um sicherzustellen, dass das Blut verwendet werden könnte. Den Virus habe man dabei nicht gefunden.

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