Aiman Mazyek: Kaya Yanar und Bülent Ceylan sollten sich gegen Islamismus stark machen

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, betonte, dass von muslimischen Gemeinden keine Gefahr ausgehe. Radikalisierung finde vor allem bei jenen statt, die ihre Religion nicht gut kennen. Eine Stärkung dieser Gemeinden würde den "Pseudoargumenten der Islamisten" entgegenwirken.

„Die meisten und größten Anschläge finden immer noch auf Muslime selber statt“, erklärte Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime auf dem Sicherheitsgipfel des Innenministeriums in Berlin Ende März. Trotzdem sei es wichtig, endlich im Bereich des Islamismus tätig zu werden.

„Letzten Studien zufolge sind Muslime, die ihre Religion besser kennen, toleranter gegenüber anderen Religionen. Also müssen wir die Muslime in ihren Rechten und Pflichten stärken“ schlug Mazyek als konstruktiven Lösungsansatz vor und fuhr fort: „Wir sollten die Internetpräsenzen der Islamgemeinden „prüfen“ und diejenigen, die in Ordnung sind, stärken.“

Er ist der Meinung, dass es gerade nicht in den Moscheegemeinden zur Radikalisierung kommt. Die eigentliche Gefahr seien Einzeltäter (das glaubt auch Innenminister Friedrich – mehr hier).

„Von unseren Moscheegemeinden ging und geht keine Gefahr aus. Diese sind kein Widerpart zu der deutschen Gesellschaft hier. Es ist wichtig, dass wir hier die Religionsgemeinschaften nicht marginalisieren. Wir brauchen eine Stärkung in der politischen und der gesellschaftlichen Arbeit“, so Mazyek wieter. Es liege im Interesse aller, die Gemeinden in die Anti-Terrorismus-Arbeit miteinzubeziehen. „Wir müssen deutlich machen, dass unsere Religion nicht Teil des Problems ist, sondern Teil der Lösung!“, sagt Mazyek. Der Zentralrat setze sich mit den „Pseudoargumenten der Islamisten“ auseinander, um diesen den Nährboden zu entziehen. Doch allein ginge das nicht. Strategien zur Bekämpfung des Rechtradikalismus könnten auf die des Islamismus angewendet werden (auch gegen Rechtsextremismus soll entschiedener vorgegangen werden – mehr hier). Prominente Unterstützung würde nach Angaben Mazyeks für mehr Aufmerksamkeit machen. Sein Vorschlag: Beliebte Perönlichkeiten wie Kaya Yanar oder Bülent Ceylan könnte sich gegen Islamismus starkmachen.

„Wir brauchen politische Unterstützung, beispielsweise in Form von Anti-Extremismusprogrammen, die Ausbildung von muslimischen Scouts und die Entwicklung von Aussteigerprogrammen.“ Dabei müsse die Zusammenarbeit auf gegenseitigem Vertrauen basieren. „Islam und Muslime in Staat und Gesellschaft teilhaben zu lassen, ist der beste Schutz vor Extremismus. Deradikaliserung ist eine Aufgabe zivilgesellschaftlicher Organisationen, der Staat kann diese zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützen, sollte aber Nichts von oben herab aufstülpen“, heißt es von Mazyek.

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