„İstanbul #2461“: Türkische Metropole feiert das älteste Liebesgedicht der Welt

Stars und Sternchen aus der ganzen Welt kommen nach Istanbul, um dort eine schöne Zeit zu verbringen, Filme zu drehen oder Konzerte zu spielen. Die Kunst der Gegenwart ist omnipräsent. Aktuell geht es in der Millionenstadt jedoch 4000 Jahre zurück in die Geschichte.

Es ist das älteste Liebesgedicht der Welt, geschrieben auf einer 4000 Jahre alten Tontafel. „İstanbul #2641“ wird derzeit im  Archäologischen Museum in İstanbul aufbewahrt. Geschrieben für einen sumerischen König im 18. Jahrhundert vor Christus, ist das Gedicht nun zentraler Bestandteil eines internationalen Poesie-Treffens, das diese Woche in Istanbul, dessen Kunstszene mehr und mehr an weltweiter Bedeutung gewinnt, stattfindet.

Dichter und Autoren aus der ganzen Welt sind nach Istanbul gekommen, um eine ganze Nacht lang die zarten und spirituellen Worte des Gedichts zu ehren, das einfach umrissen davon handelt, dass der König einmal im Jahr eine keusche Frau heiraten müsse, damit der Boden fruchtbar und ertragreich bleibe. Die Verse sind aus der Sicht der Braut verfasst und sollten bei der Hochzeit am Neujahrsfest vorgetragen werden.

Unter dem Titel „The Call to Poetry“ werden an diesem Donnerstag, den 5. April auch weitgereiste Gäste wie Fred Simpson und Dan Boylan, zwei Dichter aus Neuseeland und den USA, in der Türkei sein. Daneben sind mit Unterstützung der hiesigen „Square Peg Theatre Troupe“ auch türkisch-zypriotische Dichter zu Gast.

Literaturszene trifft sich auf dem Taksim-Platz

Neben den Versen von „İstanbul #2461“ wird das Publikum während dieses Events, das von dem in Istanbul ansässigen Journalist David Trilling moderiert wird, aber auch Stimmen der Gegenwart vernehmen. Zu Gehör kommen Gedichte, die am Kairoer Tahrir-Platz entstanden sind (die Ereignisse dort gehörten 2011 zu den einschneidensten Geschehnissen  – mehr hier). Das Treffen wird an einem Ort namens Bar-ish auf dem Taksim-Platz, von 20.00 Uhr bis 9.30 Uhr abgehalten werden.

Der US-Amerikaner Dan Boylan, ein Dichter aus der Untergrund-Szene von Los Angeles, lässt sich bereits seit Jahren von türkischen Gedichten beeinflussen. Als Teenager hat er den einflussreichen Dichter Allen Ginsberg (in seine Rolle wird demnächst Harry Potter Star Daniel Radcliffe schlüpfen – mehr hier) treffen dürfen, der im riet, immer dem „inneren Mondlicht“ zu folgen. Für ihn zählt Nazım Hikmets Gedicht über einen Walnussbaum im Gülhane Park zu eindrucksvollsten Stücke, die er je auf Türkisch gelesen hat. Sein Kollege Simpson kommt mit seinem neuen Buch namens  “Lucky Me!” nach Istanbul. Auch er fühlt sich durch die „reichen poetischen Traditionen Istanbuls“ inspiriert. „Wir feiern die Essenz des Lebens mit einer Zusammenkunft von Poesie in einer Stadt, die Zeit und Kultur mit Leichtigkeit und Anmut überspannt … man lebt für Momente wie diesen“, freut er sich schon jetzt auf das Treffen.

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