Facebook-Account gehackt: Türkischer Bürgermeister warnt Einwohner via Lautsprecher

Gegen einen Schaden im Web 2.0 setzte sich jetzt der Bürgermeister einer Stadt im Nordwesten der Türkei auf dem guten alten Offline-Weg zur Wehr. Er hat die Bewohner via Gemeinde-Lautsprecher gewarnt, nachdem Hacker sein Facebook-Profil benutzt hatten, um seine Freunde zu betrügen.

Der Bürgermeister von Dursunbey, ein Distrikt im nordwestlichen Distrikt Balıkesir, wurde, so berichten derzeit türkische Medien, unfreiwillig Beihelfer eines Betrugs. Hacker drangen in das Facebook-Profil von Mehmet Ruhi Yılmaz ein und versandten in seinem Namen Nachrichten an die User in seiner Freundesliste, um sie darin nach ihren Handynummern zu fragen (auf der anderen Seite zensiert Facebook anti-türkische Inhalte – mehr hier). Die Hacker, die sich dabei als Bürgermeister ausgaben, versandten darauf Kurzmitteilungen, in denen sie die Adressaten darauf hinwiesen, dass sie demnächst eine Nachricht erhalten würden, auf die sie mit „Ja“ antworten sollten.

User fanden 40 Lira mehr auf ihrer Telefonrechnung

Anschließend verschickten die Tatverdächtigen einen weiteren Text, in dem zu lesen war: „Beantworte diese Nachricht mit ‚Ja‘, um künftig deinen Turkcell-Telefonanschluss mobil zu bezahlen und erhalte eine mobile FB-Zahlungsmöglichkeit via Zong für 40 Lira.“ Diejenigen, die auf diesen Trick hereinfielen, fanden später auf ihrer Telefonrechnung einen Extraposten über exakt jene 40 Lira.

Yılmaz blieb, nachdem er die Unregelmäßigkeit in seinem Account entdeckt hatte, nicht untätig. Er reichte bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Klage ein. Doch dem nicht genug: Der Bürgermeister beschloss, auch die Einwohner seiner Stadt auf das Vorgehen hinzuweisen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes lautstark. Immerhin könnten auch sie Ziel dieser Betrüger sein. Via Gemeinde-Lautsprecher verkündete er: „Der Facebook-Account des Bürgermeisters Mayor Ruhi Yılmaz wurde von Cyber-Piraten übernommen. Die Bürger sollten alle von diesem Account versandten Nachrichten ignorieren und es tunlichst unterlassen auf diese zu antworten.“

Unternehmen in USA: Bürgermeister sah keine Möglichkeit

Yılmaz war über den Angriff im Internet sehr betrübt. Nicht nur Facebook sei betroffen gewesen, auch seine MSN und Hotmail-Messenger waren betroffen. „Ich habe erkannt, dass ich nichts weiter tun kann, da der Hauptsitz des Unternehmens in den Vereinigten Staaten liegt. Ich will nicht, dass meine Freunde von böswilligen Menschen verletzt werden.“ (auch dem türkischen Popstar Murat Boz ist es so ergangen – mehr hier)

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