Sorge um Simit: Patent-Anfrage löst griechisch-türkische Spannungen aus

Um den beliebten türkischen Snack "Simit" vor Nachahmern zu schützen, hat die Handelskammer der Simithändler in der vergangenen Woche die Istanbuler Handwerkersinnung (İSTESOB) angerufen. Die Anfrage für ein internationales Patent der bekannten Sesamringe hat nun auch die griechischen Medien auf den Plan gerufen.

Zeli Sami Özdemir, Vorsitzender der Handelskammer der Simithändler in Istanbul, hat sich in der letzten Woche um den Schutz der türkischen Nationalspeise für Zwischendurch bemüht, nachdem US-Präsident Barack Obama von einem griechischen Desert schwärmte, das beide Nationen für sich beantspruchen (nicht selten gibt es Unstimmigkeiten, welche Nation für ein bestimmtes Gericht verantwortlich zeichnet  – mehr hier). Wie die türkische Zeitung „Hürriyet“ berichtet, hat Özdemirs Gesuch nun auch Widerstand aus Griechenland heraufbeschworen.

Dort hatdas Blatt „Eleftheros Typos“ über das Ansinnen in der Türkei berichtet und erklärt, dass nun eine „neue Runde in der türkisch-griechischen Debatte“ über den Ursprung bzw. den Besitz gewisser Lebensmittel begonnen hätte. Obama hatte während eines griechischen Treffens im Weißen Haus, das bereits am 25. März stattgefunden hat, den Geschmack der “griechischen Baklava” besonders hervorgehoben. Dabei hätte er es eigentlich „besser“ wissen müssen:

Laut dem Zeitungsartikel sei der knusprige Sesamring, der in Griechenland „Koulouri“ genannt wird, bereits seit der Zeit weit vor Christus bekannt. Während der byzantinischen Ära sei er sowohl in Istanbul als auch in Thessaloniki ein äußerst beliebtes Nahrungsmittel gewesen. Noch immer gäbe es an der griechisch-albanischen Grenze jede Menge Straßenhändler, die die Hefeteigspezialität verkaufen würden. In der Antike, so führt das Blatt weiter aus, um die Bedeutung dieses Gerichts zu unterstreichen, hätten die Mütter in Epirus ihren Söhnen gesagt, dass sie hofften, dass sie eines Tages Simit-Verkäufter in Istanbul werden würden.

Türkische Erfolgsstory: Simit ist als Antwort auf den Burger

Der Sesamring wird aber nicht nur in der Türkei, sondern auch in Griechenland an vielen Straßenecken vertrieben. Allerdings hat das Gebäckstück gerade in der Türkei in den letzten Jahren einen neuerlichen Schub erlebt. Der Vertrieb wurde zunehmend professionalisiert. Neben den Straßenverkäufern gibt es nun weitere Wege: Simit Häuser sind in zahlreichen Städten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Fast Food Ketten wie „Simit Sarayi“ oder „Simit Dunyasi“ haben sich der Backware angenommen – und sogar bis nach New York gebracht. Wer besonderen Hunger hat, der bekommt binnen weniger Meter zig Gelegenheiten sich zu versorgen. Der Sesamring gilt vielen als die türkische Antwort auf den amerikanischen Hamburger und es hat sich herausgestellt, dass dieser Ansatz ein äußerst lukratives Geschäft sein kann.

Dass der jetzige Schritt in Griechenland auf wenig Gegenliebe stößt scheint angesichts dieser ökonomisch günstigen Entwicklung und nicht nur auf Grund von Unstimmigkeiten über den Ursprung nachvollziehbar. Zum ersten Mal gibt es solche Streitigkeiten übrigens nicht. Das griechische Blatt „Eleftheros Typos“ verweist in diesem Zusammenhang auf  den Disput rund um „Baklava“ und „einen Haufen Steine im ägäischen Meer“.

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