Brückenunglück in der Türkei: Jetzt ist ein weiterer Pfeiler eingestürzt

Der Einsturz zweier Brückenpfeiler im nordtürkischen Bezirk Caycuma erschütterte am vergangenen Wochenende die Medien. Mehr als 14 Personen gelten seit vergangenen Freitag als vermisst. Fieberhaft suchen die Rettungskräfte im Hochwasser führenden Fluss Filyos. Am gestrigen Montag dann ein weiterer Schock: Erneut ist ein Pfeiler in sich zusammengekracht.

+++ Aktuell: Brückenunglück in der Türkei: Drei weitere Tote und Minivan geborgen +++

Am vergangenen Freitag waren auf Grund eines Erdrutsches zwei Pfeiler der 50er-Jahre-Brücke eingestürzt. Ein Kleinwagen, der wenig später geborgen werden konnte, sowie ein Minibus mit elf Insassen stürzten in die Fluten. Seither bangen die Angehörigen um das Schicksal der Verunglückten. Fieberhaft suchen die Rettungskräfte den Fluss und das Ufer ab, während zahlreiche Schaulustige und Familienmitglieder am Ort des Geschehens ausharrten. Als dann am vergangenen Montag ein weiterer Pfeiler einkrachte, brach Panik los (erst Ende Januar kam es zu einem verheerenden Schiffsunglück mit zahlreichen Vermissten – mehr hier).

Weiterer Einsturz in Zonguldak: Niemand wird verletzt

Glücklicherweise wurde hierbei laut türkischen Medienberichten niemand verletzt. Nach dem Vorfall am vergangenen Freitag war die Straße geschlossen worden. Weder Fahrzeuge noch Fußgänger durften die Brücke seither überqueren (in Russland wurde Anfang Januar ein Kind von der Erde verschlungen – mehr hier). Laut dem Gouverneur von Zonguldak hatte man mit einer derartigen Situation gerechnet. Ingenieure würden nun versuchen, die verbleibenden Pfeiler zu stabilisieren. Das Wichtigste sei jedoch, dass hierbei niemand zu Schaden gekommen sei.

Wie die Nachrichtenagentur Cihan berichtet, ist am vergangenen Montag ein etwa 50 Meter langes Stück am oberen Teil der Brücke eingestürzt. Obwohl am Ostersonntag eine Leiche gefunden wurde, gelten noch immer 14 Personen als vermisst. Nach wie vor wird zu Lande, zu Wasser und auch per Helikopter nach den Verunglückten gesucht. Allerdings behindere der zunehmend höher werdende Pegel die Arbeiten. So seien Tauchgänge nur im flacheren Gewässer möglich.

CHP-Chef Kılıçdaroğlu forderte weitere Hilfen aus Ankara

Die Leiche der zweifachen Mutter Meryem Başören wurde am Sonntag aus dem Wasser gezogen. Mittlerweile wurde sie in Yolgeçen, in ihrem Heimatort, beigesetzt. Çaycumas Bürgermeister Mithat Gülşen hat den Hinterbliebenen sein Beileid ausgesprochen. Er ist persönlich betroffen: Sein Vater befand sich ebenfalls in dem vermissten Minibus.

Am späten Sonntagabend traf auch CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu am Unglücksort ein, um sich über den aktuellen Stand der Lage zu informieren. Er sprach sich für eine gründliche Untersuchung und den Austausch des gesamten Brückenuntergrundes aus. Die Regierung solle hierfür entsprechende Gelder zur Verfügung stellen. Bisher hätte Ankara lediglich fünf Millionen Dollar bereitgestellt. Das sei viel zu wenig.

Aktuell sind mehr als 100 Menschen am Unglücksort im Einsatz. Derzeit werden Spezialteams aus Istanbul erwartet, die die Männer vor Ort bei ihrer schwierigen Aufgabe unterstützen sollen.

Mehr zum Thema:

Schweres Unglück in der Türkei: Brücke stürzt in sich zusammen
Unwetter in Antalya: Die Bilder der Verwüstung
Nach Hubschrauber Absturz in Kabul: Erdogan sagt Deutschlandbesuch ab

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.