Kostenlose Koranverteilung: Verfassungsschutz warnt vor Missionierung

Salafisten verteilen im gesamten deutschsprachigen Raum kostenlose Koranexemplare. Der Verfassungsschutz sieht darin eine Missionierungsaktion und befürchtet das Ziel der Extremismusverbreitung. Cem Özdemir kritisiert, dass die Salafisten damit versuchen als "Sprachrohr der Muslime" aufzutreten. Den großen Teil der Muslime repräsentiert die Strömung allerdings überhaupt nicht.

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Kostenlose Koranexemplare für jeden – damit werben Salafisten seit Monaten im deutschsprachigen Raum und verteilen die Bücher an Interessierte. Der Verfassungsschutz warnt vor dem Projekt „Lies!“, denn die Initiatoren seien den Behörden bereits bekannt. Hinter den Buchgeschenke stecke vielmehr der Versuch der Konversion. Dabei sprechen sich islamische Gelehrte immer wieder gegen Missionierung aus. Jede Form der Bedrägnis in Glaubensfragen wird von den meisten muslimischen Strömungen abgelehnt. Salafisten gehen dagegen oft sehr aktiv in diesem Bereich vor (orientierungslose Jugendliche suchen häufig Antworten in strikten Regelungen, glaubt Innenminister Friedrich – mehr hier).

Cem Özdemir kritisiert das Vorgehen der Salafisten aufs schärfste: „Ich habe mit allen religiösen Gruppen ein Problem, die ihr Weltbild über das Grundgesetz und die Menschenrechte stellen. Das gilt auch für jene Salafisten, die zur Gewalt aufrufen und mit ihrer Ideologie als Stichwortgeber für den islamistischen Terrorismus agieren“ (Özdemir äußert sich auch häufig zu Türkei-Themen – mehr hier).

Ihn stört vor allem, dass die große Masse der moderaten Muslime durch solche Aktionen in den Hintergrund tritt. Denn die Salafisten würden offensichtlich versuchen „sich als Sprachrohr der Muslime darzustellen und den vermeintlich einzig wahren Islam zu propagieren. Das darf man den Salafisten nicht durchgehen lassen.“

25 Millionen Koranausgaben wollen Muslime salafistischer Strömung in Deutschland verteilen. Der Verfassungsschutz warnt allerdings – nicht vor dem Koran, sondern vor den Organisatoren. Diese seien als islamistisch eingestuft. Die „ungefähren Übersetzungen“ des Korans von Rassoul, die seit vergangenem Herbst verteilt werden, sind auch vom Verfassungsschutz als neutral eingestuft und keinesfalls bedenklich.

„Ziel ist es, Konversionen zum Islam salafistischer Prägung herbeizuführen und damit diese Form des religiös motivierten Extremismus in Deutschland weiter zu verbreiten“, erklärte der Verfassungsschutz von Hessen dem Focus. Auf diese Weise könnten Bürger in direkten Kontakt mit Extremisten kommen. Die Verteilung von Büchern kann allerdings nicht unterbunden werden.

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