Türkische Küche: Beliebt von Amerika bis China!

In Berlin gibt es sie an fast jeder Ecke. Doch auch der Rest der Welt hat mittlerweile seine Vorliebe für türkische Spezialitäten entdeckt. Abseits der "Döner-Hauptstadt" haben Kebab, Döner und Pita ihren Siegeszug angetreten. Vor allem in Nordamerika und im Mittleren Osten sind die leckeren Speisen äußerst beliebt, so das Ergebnis von Untersuchungen, die von türkischen Restaurantbetreibern durchgeführt wurden. Ihre Empfehlung: Expansion.

Vor allem türkische Kebabs mit ihrer schier unendlichen Vielfalt an Zutaten, aber auch die verschiedenen Pita-Variationen gehören zu den Lebensmitteln, die weithin bekannt sind und deshalb auch in der Türkei zu den Speisen zählen, die für meisten Touristen zu den so genannten “must-eat foods” zählen.

Türkische Küche versus ausländisches Fast-Food

Diese wachsende Popularität der türkischen Küche hat, so berichtet die türkische „Hürriyet“, in der Zwischenzeit nicht wenige Restaurant-Betreiber dazu veranlasst, sich Niederlassungen im Ausland, je nachdem, was der Gaumen der Gäste dort bevorzugt, zuzulegen (auf der anderen Seite will man heimische Spezialitäten aber auch schützen – mehr hier). Laut Atilla Külekçioğlu, Vorstandsvorsitzender einer Restaurantkette, die in der gesamten Türkei 35 Niederlassungen betreibt, ist der Kebab mittlerweile ein derart wichtiges Lebensmittel in der hiesigen Küche, dass es entsprechende Restaurants in fast jeder Nachbarschaft gebe. Bis Ende 2012, so das Ziel seines Unternehmens, soll es 50 Filialen in der gesamten Türkei geben. Er ist überzeugt: „Die weltberühmte türkische Gerichte sollte überall verfügbar sein, um gegen die vielen ausländischen Fast-Food-Ketten, die hier eröffnen, anzukämpfen.“ Um gut im Geschäft zu bleiben, müsse man seiner Ansicht nach Qualität zeigen und Vertrauen bieten. So müsse man zum Beispiel aufzeigen, woher das verwendete Fleisch stamme. Sein Unternehmen habe sich eine eigene Produktionsstätte aufgebaut. Die Kunden würden ihnen vertrauen.

Türkische Küche: Siegeszug sogar in Moskau geplant

Wie Külekçioğlu informiert, hat die Zahl der Fast-Food-Franchise-Niederlassungen in der Türkei mittlerweile 9,000 erreicht. Dieser Sektor hat im Jahr 2011 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar gemacht. In diesem Jahr werden sogar 1,8 Milliarden Dollar erwartet. Einige türkische Firmen, wie etwa die von Külekçioğlu, haben im Ausland Studien durchgeführt, um die Lokalisierung möglicher neuer Restaurantstandorte zu erleichtern. „Wir sind im Gespräch mit weltweit agierenden Unternehmen. Wir planen zunächst neue Niederlassungen im Nahen Osten und in Nordamerika zu eröffnen. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass dort großes Interesse an Kebabs besteht. Es gibt aber auch Gespräche für eine Niederlassung in Moskau. Russland ist ein sehr wichtiger Markt. Dort gibt es bereits solche Restaurants. Doch wir wollen diesen Markt als Kette erobern“, erläutert Külekçioğlu  die derzeitigen Pläne (hier hat sich McDonald’s gerade einen Franchise-Partner ins Boot geholt – mehr hier).

Selbst mit seinem Kebab, Pita und Fleischbällchen lasse die türkische Küche viele andere Länder hinter sich (Zigaretten-Börek darf allerdings nicht mehr so genannt werden – mehr hier). Es gäbe mehr Gerichte als etwa die französische oder gar die italienische Küche zu bieten hätte. Das, so Külekçioğlu, wolle man der Welt auch zeigen. Wie die Untersuchungen ergeben haben, lieben zum Beispiel die Russen vor allem den Alinazik Kebab, mit Auberginen-Püree, Joghurt und Hackfleisch. Danach folgt Pita und schließlich traditionellere Formen des Kebab, erläutert Külekçioğlu die Vorlieben. Erst vor ein paar Wochen hätte ein hiesiges Kebab-Restaurant sogar Schlagzeilen in den russischen Medien gemacht. „In dem Beitrag sagte der Besitzer, dass er den Umsatz, den er normalerweise in einem Jahr macht, hier in einem Monat zusammen gehabt hätte. Russen lieben türkisches Essen. Diese Geschichte zeigt uns, dass sie mehr davon brauchen.“

Riesiges Potential: Mehr türkische Restaurants im Ausland

Und wie steht es andernorts um die Vorlieben der Genießer? Im Allgemeinen, so Külekçioğlu weiter, würden Pita-Brot mit Käse und weißem Fleisch vor allem im Mittleren Osten bevorzugt. Am populärsten in Nordamerika seien hingegen Kebabs, vorzugsweise Adana und Urfa Kebabs. Doch auch Pita werde hier viel gegessen. Auch in Europa sei Kebab weit verbreitet. Er selbst habe lange Zeit in Deutschland gelebt und die Vorlieben dort mit eigenen Augen beobachtet. Kulinarisch weit entfernt und doch wieder nah ist übrigens China. Chinesen würden den Döner lieben. Immerhin, so Külekçioğlu, sei China ein riesiges Land mit vielen unterschiedlichen Geschmäckern. Für ihn ist die Konsequenz klar: Türkische Restaurants sollten sich viel stärker im Ausland engagieren.

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