10,2 Prozent: Arbeitslosenrate in der Türkei wieder zweistellig

Die Arbeitslosenquote in der Türkei steigt wieder. Grund dafür dürfte das sich verlangsamende Wirtschaftswachstum sein. Vor allem in den Städten ist das Problem groß. 2013 wird sich das allerdings mit einer neuen Methodik in der Datenerhebung ändern. Nach dem Vorbild der EU wird so die Arbeitslosigkeit zumindest auf dem Papier geringer.

Noch im November fiel die Arbeitslosigkeit in der Türkei auf 8,8 Prozent. Der Trend wird sich fortsetzen, hieß es zu der Zeit noch. Spätestens mit den neuen Zahlen ist klar: Man hat sich zu früh gefreut. Erstmals seit August ist die Arbeitslosenquote wieder zweistellig. Im Januar waren 10,2 Prozent der Türken arbeitslos, wie das Türkische Amt für Statistik am Montag erklärte. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit jedoch gesunken. Im Januar 2011 betrug die Arbeitslosigkeit noch 11,9 Prozent.

Die hohe Arbeitslosigkeit ist eines der größten Probleme, mit dem sich die Regierung befassen will (in Batman wurden Arbeitsplätz verlost – mehr hier). Vor allem in den Städten gibt es viele ungelernte Arbeiter, die vom Land kommen und auf höheres Einkommen hoffen. In städtischen Gebieten ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um knapp 2 Prozent auf 12 Prozent gesunken. In ländlichen Gebieten sieht die Lage besser aus. Hier ist die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres von 8 Prozent auf 6,5 Prozent gesunken.

Die Wirtschaftskrise 2009 hatte die Türkei sehr schwer getroffen. 15 Prozent Arbeitslosigkeit konnte mit der wachsenden Wirtschaft durch die Schaffung vieler Arbeitsplätze gesenkt werden. Derzeit verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum, was auch an den Arbeitslosenzahlen zu sehen ist. Doch 2013 könnte das ganz anders aussehen, denn das Türkische Amt für Statistik hat eine erfolgversprechende Strategie, um die Quote maßgeblich zu senken.

In Zukunft möchte die Türkei Menschen nur dann als arbeitslos zählen, wenn diese im vergangenen Monat als arbeitssuchend gemeldet waren. Bisher wurden alle Türken mitgezählt, die irgendwann in den vergangenen drei Monaten auf Arbeitssuche waren, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete (mehr hier). Darauf sind die Türken allerdings nicht selbst gekommen. Das Vorbild für diese neue Methodik ist die EU.

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