Keine Waffen für Syrien! Türkei stoppt deutschen Frachter „Atlantic Cruiser“

Wo befindet sich der deutsche Frachter "Atlantic Cruiser"? Tagelang gab es darauf keine Antwort. Jetzt ist klar. Die Türkei hat das Schiff gestoppt und will es "unverzüglich" durchsuchen. Die Befürchtung der Behörden: Das Schiff könnte Waffen für Syrien an Bord haben.

Nach Angaben von türkischen Diplomaten soll die „Atlantic Cruiser“ in der vergangenen Nacht im Golf von Iskenderun im Mittelmeer aufgebracht worden sein. Jetzt, so heißt es weiter, wollen sich Zöllner, Polizisten und Diplomaten schnellstmöglich Klarheit über die Ladung des Schiffes verschaffen.

Deutsche Reederei beruft sich auf Frachtpapiere

Bereits am vergangenen Freitag, den 13. April, war der Frachter von seiner Emder Reederei Bockstiegel gestoppt worden, um Berichten nachzugehen, dass das Schiff iranische Waffen für das Nachbarland der Türkei an Bord hätte. Am vergangenen Montag dann die Entwarnung der Eigner: Man selbst habe keine Hinweise, dass ein von ihr vermieteter Frachter Waffen und Munition für Syrien transportieren würde. Zwar ist die Ladung des Schiffes, das eine ukrainische Firma verchartert sei, in der Tat für Syrien bestimmt. Laut Frachtpapieren soll es sich jedoch angeblich um Bauteile eines Thermalkraftwerks von einem indischen Hersteller handeln.

Die Informationen der türkischen Behörden lauten hingegen anders. Die „Atlantic Cruiser“, so berichtet ein anonymer Diplomat, soll nach Auskunft syrischer Oppositioneller Waffen und Munition für den einstigen türkischen Verbündeten mit sich führen.

Neuer Massenflüchtlingsstrom in die Türkei

Unterdessen hat sich die Lage in Syrien weiter verschärft. Erneut kam es vor etwas mehr als einer Woche zu einer Massenflucht in Richtung Türkei (binnen weniger Tage verloren fast 100 Zivlisten ihr Leben – mehr hier). Kurz darauf kam es an der türkisch-syrischen Grenze zu einem Feuergefecht zwischen syrischen Soldaten und Oppositionellen. Dabei wurden auf türkischem Boden, in der Provinz Kilis mindestens drei Personen von herumfliegenden Kugeln verletzt. Ende März wurden bereits Hinweise bekannt, dass das Assad-Regime auch Unterstützung der PKK erhalte und beim Niederschlagen der Proteste helfe. Mit dieser Unterstützung will Syrien eine Intervention der Türkei verhindern. (auch in Deutschland wächst die PKK-Gefahr – mehr hier und hier). Seit Ausbruch der Unruhen Anfang vergangenen Jahres verloren nach UN-Angaben knapp 9000 Menschen ihr Leben.

Mehr zum Thema:

Assad-Soldaten eröffnen Feuer an türkischer Grenze
Syrien: Massenflucht in die Türkei nach Angriff auf Zivilbevölkerung
Treffen der Freunde Syriens: Assad-Anhängern protestieren in Istanbul gegen Intervention


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.