Eurovision: Türkische Künstler können auch mit kurdischen Titel antreten

Mit "Love Me Back" will der türkische Eurovision-Kandidat 2012, Can Bonomo, die Zuschauer überzeugen. Er wollte unbedingt auf Englisch singen. Ein Recht, das jetzt auch von İbrahim Şahin, Direktor des staatlichen Rundfunksenders TRT, bestätigt wurde.

Künstlern, die die Türkei im Rahmen des jährlichen Eurovision Song Contests vertreten, so Şahin in einer schriftlichen Erklärung, stehe es frei, ihre Werke in Türkisch oder aber auch in einer anderen Sprache zu komponieren. „Künstler, die unsere Institution und unser Land repräsentieren, wird seit 2003 die Freiheit garantiert, die Stücke mit einer Sprache ihrer Wahl zu versehen. Für unser Land gibt es keinen Hinderungsgrund – auch in den kommenden Jahren nicht – mit einem Stück in einer anderen Sprache als der Türkischen repräsentiert zu werden“, stellt Şahin heraus.

Abgeordneter Sirri Sakık befragt das türkische Parlament

Mit seiner Erklärung reagierte Şahin auf eine parlamentarische Anfrage von Sirri Sakık, einem unabhängigen Abgeordneten der BDP. „Die teilnehmenden Länder treten im Wettwerb im Allgemeinen mit Sprachen an, die ihre Kultur enthalten und die sie so anderen Ländern näherbringen. Gibt es derzeit irgendwelche Bestrebungen, dass die Türkei in einem künftigen Wettbewerb durch einen kurdisches Lied von einem kurdischen Künstler repräsentiert werden könnte?“, will Sakık in seiner Frage an das Parlament wissen (der türkische Rockstar Kıraç hält etwa die aktuelle Entscheidung auf Englisch zu singen für unverzeihlich – mehr hier).

Die European Broadcasting Union, so informiert Şahin, hat ihr Regelwerk im Jahr 1999 dahingehend geändert, dass die teilnehmenden Staaten seitdem nicht mehr nur mit Titeln, gesungen in der Landessprache, antreten müssen. Can Bonomo hat sich in diesem Jahr zum Beispiel für einen englischen Titel entschieden. Der türkische Star für Baku sieht den Eurovision Song Contest als echte Chance. Doch der „Newcomer des Jahres 2011“ provoziert mit seiner Wahl, nicht in seiner Muttersprache zu singen. Seine Argumentation: Mit einem englischen Lied habe er größere Chancen (überhaupt war er zunächst gänzlich überrascht von seiner Wahl – mehr hier).

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