Weil der Großvater stirbt: Türkischer Junge tötet den behandelnden Arzt

Der Schmerz, dass sein geliebter Großvater eine Operation nicht überlebt hat, war für einen türkischen Teenager offenbar zu viel. Er zog los und tötete den zuständigen Herz-Thorax-Chirurg mit mehreren Messerstichen.

Zugetragen hat sich die grausame Tat in der südöstlichen Provinz Gaziantep. Der 26-jährige Arzt Ersin Arslan wurde in seinem Büro vom 17-jährigen Enkelsohn seines verstorbenen Patienten attackiert und trug dabei derart schwere Verletzungen davon, dass er ihnen am Ende erlag. Sofort nach dem Vorfall eilte zunächst Hilfe herbei. Umgehend wurde Arslan medizinisch versorgt und von seinen Kollegen in die Chirurgie gebracht. Alles vergebens (ein türkischer Schuldirektor sprach kürzlich die wahnwitzige Forderung aus, alle potentiell gefährlichen Kinder zu töten – mehr hier).

Der jugendliche Täter wirde später mit einem Messer auf einer Krankenhaustoilette entdeckt und der Polizei übergeben. Die Behörden von Gaziantep haben bereits eine Untersuchung des Falls eingeleitet. Der Teenager wurde noch an diesem Mittwoch vom Gericht ins Gefängnis überstellt (Ende Februar hatte ein Türkei seine Frau getötet, weil sie einen Facebook-Account eröffnet hatte – mehr hier).

Protest: Türkische Ärztevereinigung kündigt Streiks an

In einer Presseerklärung der Türkischen Ärztevereinigung (TTB) wird angekündigt, dass Mediziner im ganzen Land  für zwei Tage streiken werden, um gegen den Mord an ihrem Kollegen zu protestieren und um die Aufmerksamkeit auf den allgemeinen Mangel an Sicherheitspersonal in den Krankenhäusern zu lenken. Allein in Istanbul gab es im vergangenen Jahr 131 Fälle von schweren Beleidigungen oder tätlichen Angriffen gegen Ärzte, die vor Gericht landeten. Es wird geschätzt, dass es im gleichen Zeitraum in der gesamten Türkei wohl einige Tausend solcher Fälle gab.

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