Tamer Ergün Yıkıcı: Die Forderung „Mach `nen Deutschkurs“ finde ich zu platt

Tamer Ergün Yıkıcı will mit einer neuen Kampagne über das Radio deutsch-türkische Familien dazu bewegen, ihre Kinder besser zu unterstützen. Mit prominenter Unterstützung will der Geschäftsführer des ersten türkischsprachigen Radios in Deutschland, Metropol FM, das Interesse für kulturelle Aktivitäten wecken.

Tamer Ergün Yıkıcı, Geschäftsführer von Metropol FM, ist der Ansicht, dass die deutsch-türkische Gesellschaft zu stark kritisiert werde und die „Bringeschuld“ der Aufnahmegesellschaft, Angebote für eine gelungene Integration zu machen, nicht ausreichend erfüllt sei.

Die Forderung „Mach `nen Deutschkurs“ findet er persönlich zu platt. Statt auf Ergebnisse der politischen Integrationsdebatte zu warten, nutzt er den Einfluss des Radiosenders, um die Deutsch-Türken aktiv zu unterstützen (Werner Felten, Gründer des Radiosenders, spricht von einer regelrechten Integrationsindustrie – mehr hier).

„Agac yasken egilir“: Bildung ist der Schlüssel zur Integration

Für Yıkıcı ist Bildung der Schlüssel zur Integration und besonders bei Kindern könne man am stärksten fördern, getreu nach dem türkischen Sprichwort „Agac yasken egilir“, was soviel heißt wie „Früh übt sich“. Mit der Bildungskampagne „Lernen macht stark/Ögrenmek güc verir“ will er an den Erfolg des vorherigen Projekts, „Lesen macht Spaß“, anknüpfen. Diesmal solle vor allem auch das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt und auch ihr Interesse für kulturelle Aktivitäten geweckt werden.

„Unser Ziel ist es, den türkischen Eltern den Sinn und die Bedeutung der außerschulischen Förderung zu vermitteln“, erklärt er. Yıkıcı hat bei seiner Kampagne prominente Unterstützung aus Politik und Gesellschaft. Moderatorin Nazan Eckes, Comedian Bülent Ceylan und Grünen-Abgeordneter Özcan Mutlu sind nur einige bekannte Namen, die sich engagieren. Aus der Türkei beteiligt sich Moderator Okan Bayülgen (der Zentralrat der Muslime würde es begrüßen, wenn sich Prominente auch gegen Islamismus engagieren – mehr hier).

Yikicis Ziel ist nicht die deutsch-türkische Gesellschaft zu kritisieren, die Kampagne setzt voraus, dass türkische Eltern in Deutschland großes Interesse daran haben, dass ihre Kinder erfolgreich sind, wissen aber meist nicht wie sie ihre Kinder am besten unterstützen können. „Das Interesse ist da und wir bieten Informationen und Orientierung“, so Yıkıcı.

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