Keine Unterstützung für Breivik: Norwegen verweist deutsche „Freundin“ des Landes

Gebannt verfolgt die internationale Öffentlichkeit seit Tagen den Prozess um den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik. Eine Deutsche wollte dem Angeklagten besonders nah sein. Die norwegischen Behörden verwiesen die Sympathisantin umgehend des Landes.

Ihre Identität ist den Medien, anders als der deutschen Polizei, derzeit ebenso wenig bekannt wie ihre tatsächliche Beziehung zum geständigen Massenmörder. Fest steht nur: Die Frau aus Deutschland war zum Prozessauftakt am vergangenen Montag nach Oslo gekommen und versuchte ins hiesige Gerichtsgebäude zu gelangen. Das berichtet derzeit der norwegische Fernsehsender TV2.

Breivik-Sympathisantin soll aus Stuttgart kommen

Offenbar, so heißt es weiter, habe sie sich für die Freundin Breiviks gehalten, ihm bereits in der Vergangenheit Briefe geschrieben und ein Foto von ihm auf dem Handy gehabt haben. Angeblich soll sie aus Stuttgart angereist sein und habe vorgehabt, zwei Wochen in der Hauptstadt zu bleiben. Nach einer Nacht im Gefängnis ging es für die Breivik-Sympathisantin postwendend zurück nach Deutschland.

Während der Unbekannten nur kurz Aufmerksamkeit zuteil wurde, nutzte der 33-jährige Breivik den Prozessauftakt gnadenlos als Bühne für seine Selbstdarstellung aus. Mit großer Gleichgültigkeit inszenierte er sich vor Gericht, brach nicht etwa in Anbetracht der 77 Opfer, sondern über sein eigenes Vorhaben in Tränen aus und verunglimpfte so das Andenken der Getöteten auf das Schlimmste, während die anwesenden Angehörigen immer mehr in sich zusammenbrachen (auch eine junge Türkin war unter den Opfern – mehr hier). Am Mittwoch dann stellte er das Gericht sogar vor die Wahl: „Freispruch oder Todesstrafe“. Schon im Vorfeld hatten das viele befürchtet, jetzt ist es tatsächlich wahr geworden. Die Folge: Zumindest aus dem Gerichtssaal wurden die Kameras verbannt.

An diesem Donnerstag, den vierten Prozesstag, soll es nun darum gehen, woher Breivik die Waffen für seine Attentate am 22. Juli 2011 hatte (diese hatte er über Jahre geplant – mehr hier). Er ist wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Seine Befragung dauert noch bis kommenden Montag.

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