Time-Magazine: Zwei Türken unter den einflussreichsten Menschen der Welt!

Freudige Überraschung für die Türkei: Außenminister Ahmet Davutoğlu und Wirtschaftsminister Ali Babacan haben es 2012 in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport des US-amerikanischen Time-Magazines geschafft.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu und Wirtschaftsminister Ali Babacan haben gut lachen. Die Leser des Time-Magazines wählten sie unter die 100 einflussreichsten Menschen weltweit. (Foto: DTN)

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu und Wirtschaftsminister Ali Babacan haben gut lachen. Die Leser des Time-Magazines wählten sie unter die 100 einflussreichsten Menschen weltweit. (Foto: DTN)

Dem Time-Magazine geht es mit seiner Liste jedoch nicht darum, die weltweit mächtigsten oder intelligentesten Menschen aufzuführen. Vielmehr liegt der Fokus darauf, einflussreiche Persönlichkeiten, die versuchen die Welt zu verändern und viele Menschen bewegt haben, in einer Liste zu vereinen.

Während, so das Time-Magazine weiter, die westliche Welt mit ökonomischen Problemen zu kämpfen hätte und die arabische Welt sich gerade mitten in einem politischen Umbruch befinde, habe sich die Türkei mit seiner stabilen Wirtschaft und seiner starken Innen- wie Außenpolitik als ein Modell für wirtschaftliche Entwicklung und Demokratisierung innerhalb der Region erwiesen (zudem wird die Türkei wirtschaftlich zunehmend unabhängig von Europa – mehr hier).

Arabischer Frühling: Türkei stellt sich an Seite der Menschen

In seinem Artikel lobt Time-Autor Ayman Mohyeldin den türkischen Außenminister Davutoğlu, indem er feststellt: “Die externe Perspektive des Landes hat sich durch Außenminister Ahmet Davutoğlu in die eines Gelehrten verwandelt. Die Türkei hat sich während der Aufstände gegen autokratische Regime zweifelsfrei an die Seite der arabischen Menschen gestellt. Bekannt für seine unermüdliche Arbeitsmoral, hat sich Davutoğlu, 53, die neugewonnene Position seiner Nation als Brücke zwischen Gegnern zunutze gemacht.”

Weiterhin stellt Mohyeldins Beitrag fest, dass unter der Führung von Babacan bereits vor der globalen Finanzkrise 2009 Reformen bei den Staatsausgaben und im Bankensystem durchgeführt worden seien. Seit diesen Reformen sei die türkische Wirtschaft rapide gewachsen und zu einem Vorbild für schwache Volkswirtschaften geworden, die leicht durch weltweite und regionale Krisen gebeutelt würden.

Nach Ansicht von Mohyeldin stünden die beiden türkischen Politiker für eine neue Ära. Er behauptet: “Während Europa noch mit den Wirtschaftskrisen und die USA damit beschäftigt ist, ihr durch kostspielige Kriege angeknackstes Image zu reparieren, ist die Türkei bereit, diese Lücke durch ihren Einfluss und ihre Aktivitäten in der arabischen und der islamischen Welt zu füllen. Diese Ära, die von vielen als neo-Osmanismus bezeichnet wird, ist Davutoglu und Babacan zuzuschreiben.”

Angela Merkel und Barack Obama unter den Top 100

Mit dabei in diesem Jahr ist erneut auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (sie verlässt sich in Sachen türkischem EU-Beitritt auf die regierungsübergreifende Kontinuität – mehr hier). Wie die “Times” erläutert, sei sie nicht nur Kanzlerin der Deutschen, sondern herrsche in Wirklichkeit “über einen Großteil Europas”. Ihr Einfluss sei in der modernen europäischen Politik nahezu einmalig.

Da es dem Magazin alleinig um die Frage geht, wer die Welt verändert hat, ohne, dass dabei eine Wertung vorgenommen werden soll, findet sich 2012 auch Syriens Machthaber Baschar al Assad sowie die Internet-Hacker-Gruppe Anonymous in der Liste. Diese generiert sich durch eine Vorauswahl der Redaktion über die anschließend online durch die Leser abgestimmt werden kann. Entschieden haben sie sich 2012 unter anderem auch für US-Präsident Barack Obama, US-Außenministerin Hillary Clinton, den israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie die ägyptische Menschenrechtsaktivistin Samira Ibrahim und den oppositionelle russische Blogger Alexej Nawalny.

Hier geht es zur vollständigen Liste.

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