Mord an jungem Chirurgen: Tausende türkische Ärzte gehen auf die Straße

Der Tod eines jungen, türkischen Chirurgen, der vom Enkelsohn eines verstorbenen Patienten erstochen wurde, sorgte nicht nur in der Türkei für großes Aufsehen. Dort hat der Fall mittlerweile auch seine Kollegen mobilisiert.

Seit vergangenen Donnerstag befinden sich in der Türkei Tausende Ärzte in einem zweitägigen Streik, um so gegen das abscheuliche Verbrechen zu demonstrieren. Der Herz-Thorax-Chirurg Ersin Arslan, aus der südöstlichen Provinz Gaziantep, wurde am vergangenen Dienstag vom Enkel eines Patienten, den er operiert hatte, erstochen. Darauf hin forderte die türkische Ärzte-Union (TTB) am vergangenen Mittwoch die Kollegen auf in den Streik zu treten (auch im Zuge des Todes westlicher Journalisten in Syrien gab es Solidaritätsbekundungen – mehr hier).

Mit Erfolg: Zahlreich folten medizinische Fachkräfte dem Aufruf, um nicht nur gegen Arslans Tod, sondern auch gegen den allgemeinen Mangel an Sicherheit in den Krankenhäusern zu protestieren. Allein am Istanbuler Çapa Krankenhaus versammelten sich Tausende und liefen zunächst gemeinsam zum Cerrahpaşa Lehrkrankenhaus und später zum Beyazıt Platz. Mit dabei hatten die Ärzte Banner mit Slogans, die mehr Schutz verlangten und die Ermordung Arslans aufs Schärfste verurteilten.

Notfallversorgung in den Krankenhäusern ist gewährleistet

Derartige Szenen spielten sich auch in Ankara ab. Dort fand sich eine beachtliche Zahl an Protestanten vor dem Numune Krankenhaus ein. Später zog die Menge in Richtung Gesundheitsministerium. Die Situation in anderen Provinzen war ähnlich. Allerdings blieben auch einige Ärzte auf ihren Posten, um die Versorgung von Notfällen zu gewährleisten.

Arslan wurde von einem 17-jährigen Teenager in seinem Büro überfallen und schwer verletzt. Arslan erhielt sofort ärztliche Hilfe und wurde von seinen Kollegen in die Chirurgie gebracht. Kurz nach dem Attentat verstarb er jedoch. Der junge Mann wurde später mit einem Messer in der Toilette des Krankenhauses gefunden und der Polizei übergeben. Derzeit wird der Fall von der Polizei in Gaziantep untersucht. Ein Gericht ordnete am Mittwoch Haft an (ein türkischer Schuldirektor sprach kürzlich die wahnwitzige Forderung aus, alle potentiell gefährlichen Kinder zu töten – mehr hier).

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