Auf Erfolgskurs: Erste türkische Dating-App zieht mehr als 60.000 User an

Es ist die erste türkische Handy-Applikation, die allein für Freundschaft und Dating entworfen wurde. Allein im ersten Monat wurde sie von rund 60,000 Usern heruntergeladen. “Tolki”, so scheint es, wird in der Türkei zum neuen Social Media Trend.

Die Anwendung, so heißt es in den türkischen Medien, sei für diejenigen User konzipiert, die nicht nur neue Freunde finden wollen, sondern auch auf der Suche nach dem Partner fürs Leben sind. Solche Träume wahr werden sollen nach Angaben des Anbieters bereits binnen fünf Minuten.

Um die Applikation zu nutzen müssen die Nutzer kein Formular ausfüllen. Vielmehr dauere es nur eine einzige Minute, um Mitglied zu werden. Nach der Anmeldung sucht „Tolki“ nach Usern, die online und in der Nähe sind. Dann werden die am besten für einen Chat passenden User ausgewählt. Jetzt haben die Online-Dater genau fünf Minuten Zeit, sich virtuell zu „beschnuppern“. Gefällt das Gegenüber nicht, kann er oder sie nach Ablauf der Zeit geblockt werden und ein neuer Gesprächspartner wird vorgeschlagen (Twitter und Facebook sollen übrigens heimtückischer sein als Alkohol und Zigaretten – mehr hier).

Türkische User sollen ihre Worte mit Bedacht wählen

Doch trotz seiner Geschwindigkeit will „Tolki“ durchaus romantische Absichten haben. Moderne Technologien, so wird erklärt, sollen hier mit der längst vergessenen Praxis Liebesbriefe zu schreiben, wieder miteinander in Verbindung gebracht werden. Daneben bietet die App eine Anleitung, wie Frauen und Männer über das Internet am besten betört werden können. Den Usern der App wird nahegelegt ihre Worte mit viel Bedacht auszuwählen. Genau solle man sich überlegen, wer man selbst sei und nach welcher Art von Beziehung man suche. „Die ersten Worte sind wie Liebe auf den ersten Blick. Worte können manchmal wirkungsvoller sein als ein erster Anblick.“ (die Türkei will ihren Vorsprung gegenüber der EU weiter ausbauen und setzt voll auf digitale Technologien – mehr hier)

In Russland wurde eine App mit ähnlichen Absichten übrigens nicht ganz so gut aufgenommen. Die Anwendung namens “Girls Around Me”, so die Mahnung der Kritiker, würde die Privatssphäre einzelner User verletzten. Mittlerweile wurde die Entwicklung der Moskauer Firma i-Free aus iTunes zurückgezogen. Auch diese App, die öffentlich zugängliche Daten von Foursquare, Facebook und Google Maps zusammenführte, wurde bis zu ihrem Rückzug mehr als 70.000 Mal heruntergeladen (Stalking Instrument oder hilfreich für Party-Hungrige?, das war hier die Frage – mehr hier).

„Badoo“ und „Zoosk“ weltweit an der Spitze

Auch den deutschen Usern stehen eine ganze Reihe verschiedener Dating-Apps zur Verfügung. Unter den Spitzenreiten ist der kostenlose App „Zoosk“, der nach Angaben von „android.com“ mittlerweile von mehr als 50 Millionen Singles weltweit genutzt wird. Noch eindrucksvoller sind die Zahlen von „Badoo“. Hier haben „sich bereits mehr als 120 Millionen Leute weltweit registriert (…) Jeden Tag melden sich mehr als 100.000 neue Mitglieder an.“.

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