Tod nach den Hochzeitseinkäufen: Drei Leichen in Kilis gefunden

Erst vor wenigen Tagen zogen Tausende türkische Ärzte für ihren ermordeten Kollegen auf die Straße. Jetzt wird das Land erneut von einem Mordfall erschüttert. In der südtürkischen Provinz Gaziantep in der Nähe von Afrin Brook in Kilis wurden am vergangenen Montag die Leichen von drei Menschen gefunden.

Eine Gruppe von Picknickern hatte die nächste Gendarmerie gerufen, nachdem sie einen menschlichen Fuß gefunden hatten. Schnell war eine Einheit vor Ort und untersuchte das gesamte umliegende Gelände. Dabei fanden sie schließlich die Leichen von Cagan Özoğlu (27), seiner Frau Özlem Aslan Özoğlu (22) und seiner Mutter Emine Düzkaya (45), die allesamt bereits seit dem 3. März als vermisst galten.

Anwältin der Hinterbliebenen geht von einem Ehrenmord aus

Die Anwältin der Familie Düzkaya, Ferit Belgin, konnte die Leichname identifizieren. Gegenüber der türkischen Presse äußerte sie die Vermutung, dass es sich um einen Ehrenmord handeln könnte. Sie erklärte: „Wir wollen, dass die Täter umgehend gefunden werden. Ich ermute, dass dieser Vorfall das Ergebnis eines Ehrenmordes ist. Die Leichen werden in die Gerichtsmedizin von Adana (ATK) gebracht. Wir werden den Fall weiter untersuchen, um die Täter zu finden. Die Polizei von Gaziantep, die Gendarmerie von Kilis und auch die beiden Staatsanwaltschaften von Gaziantep und Kilis werden den Fall gründlich untersuchen.“ (erst kürzlich bekamen ein Vater und ein Großvater lebenslänglich, weil sie ein Mädchen lebendig begraben hatten – mehr hier)

Çagan Özoğlu, der seit eineinhalb Jahren in einer Beziehung mit Özlem Aslan Özoğlu war, wollte seine Freundin heiraten, nachdem er erfahren hatte, dass sie schwanger war. Im Zuge dessen rief er auch seine in Istanbul lebende Mutter Emine Düzkaya an, damit diese bei den Hochzeitsvorbereitungen helfe. Düzkaya kam am 3. März in Gaziantep an. Gemeinsam besuchte man die Familie von Özlem Aslan Özoğlu, um dort weitere Details zu besprechen. Nach diesem Treffen verließen alle drei das Haus. Seitdem hat nie wieder jemand von ihnen gehört (auch Detmold wurde im Januar von einem schrecklichen Leichenfund erschüttert – mehr hier).

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