„Fetih 1453“: Türkischer Film erobert die US-Kinos

Der umstrittene türkische Film „Fetih 1453“, der von der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen handelt, ist nun in weiteren US-amerikanischen Kinos zu sehen. Gezeigt wird der Streifen, der seit 16. Februar in der Türkei läuft, jetzt auch in Lichtspielhäusern in Kalifornien und Washington D.C.

In den Türkei, in Europa, aber auch in Australien konnte der Film von Regisseur Faruk Aksoy, so heißt es in der entsprechenden Meldung der „Hürriyet“ weiter, schon beachtliche Erfolge feiern. Auch in New York und New Jersey war die Historienschlacht zur Zeit der Herrschaft von Sultan Mehmed II. bereits zu sehen. Die teuerste Produktion, die jemals aus der türkischen Filmindustrie hervorgegangen ist – in drei Jahren verschlang sie die Summe von 17 Millionen Dollar – , konnte allein in der ersten Woche nach seinem Kinostart in der Türkei sagenhafte zwölf Millionen Lira einspielen.

Aktuell ist der Streifen in 850 Kinos in der gesamten Türkei zu betrachten. Gut  2.47 Millionen Zuschauer strömten bereits an die Kinokassen. 18 Tage nach seinem Start überholte er auch „Recep İvedik 2“ und wurde so zu meist gesehenen Film in der Türkei aller Zeiten (Premier Erdogan ließ sich den Film nach Hause kommen – mehr hier).

„Fetih 1453“: Kritische Stimmen in Deutschland

In Köln hat der Film unter Christen für Verärgerung gesorgt. Dort rief die Vereinigung „Via Dolorosa“ zum Boykott auf. Sie ist der Meinung, dass sich die Türken eher ob dieser Vergangenheit schämen sollten, anstatt die Eroberung Konstantinopels zu feiern. Kritische Stimmen gab es auch aus der deutschen Presse (auch der türkische Komponist Fazil Say war nicht überzeugt – mehr hier). So urteilte etwa Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel: „(…) das Werk verherrlicht mit allen Mitteln des Propagandafilms den heiligen Krieg von Sultan Mehmed II. über Kaiser Konstantin XI., mithin den Sieg des Islam über das Christentum. Der monumentale Historienschinken passt dem Neo-Osmanismus der Regierung Erdogan perfekt ins Konzept und füttert zudem die weltweit in der Diaspora lebenden Türken mit einem problematischen Selbstbewusstsein, das zwischen Patriotismus und Religiosität nicht mehr unterscheidet.“ Und auch die Rheinische Post meinte gut einen Monat nach dem Kinostart: „So legten die Macher […] mehr Wert auf eine Verklärung von Sultan Mehmet und seinen Getreuen als auf kritische Geschichtsbetrachtung. Auch religiöse Untertöne sind unüberhörbar. … Wenig später ist zu sehen, wie christliche Soldaten mit Kreuzen auf den Schilden wehrlose Frauen abschlachten.“

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