Suche nach Öl und Gas: Türkei will eigenes Forschungsschiff

Die Türkei unternimmt weitere Schritte, um die Energiekrise im Land zu lösen. Neben dem geplanten Atomprogramm soll nun ein Forschungsschiff produziert werden, das mit der neuesten Technologie im Meer nach Energievorkommen suchen wird.

Das neue Forschungsschiff werde ein Symbol für die moderne Türkei darstellen, erklärte Energieminister Taner Yıldız. Schon in zwei Jahren werde es fertig sein. Der Vertrag zur Herstellung eines türkischen Forschungsschiffs sei bereits von der Generaldirektion für Mineralforschung (MTA) und dem Verteidigungsministerium unterzeichnet worden.

100 Million Euro wird das Vorhaben die Türkei kosten. Doch das ist gut angelegt, denn der türkische Energiesektor befindet sich derzeit in der Krise. Die Abhängigkeit des Landes von ausländischen Öl- und Gaslieferungen abhängig führt derzeit zu enormen Preisschwankungen (die Konsumenten fühlen sich von der Regierung betrogen – mehr hier).

Hergestellt wird das Schiff in der nordwestlichen Provinz Tuzla. Dabei werde die neueste Technologie, die für Probebohrungen im Meer notwendig ist, verwendet. Zwei- und dreidimensionale seismische Forschung werde so möglich, sagte Yıldız.

„Eine sich entwickelnde und wachsende Türkei kann nicht einen stagnierenden Energiesektor haben. In allen Bereich wächst die Türkei, deshalb werden wir auch im Forschungssbereich die neueste Technologie verwenden“, so Yıldız weiter. Bisher übernahm die türkische „Piri Reis“ Forschungsarbeiten. Das Schiff sorgte zuletzt an der Küste von Zypern für politische Spannungen (mehr hier). Die „Piri Reis“ ist zudem nicht mehr auf dem neuesten Stand.

Die Suche nach Öl und Gas ist allerdings nicht die einzige Strategie zur Lösung des türkische Energieproblems. Trotz der hohen Erdbebengefahr in den meisten Regionen der Türkei will die Regierung Atomkraftwerke errichten. Schon 2030 soll zehn Prozent des Strombedarfs durch Atomenergie gedeckt sein (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Energiesektor: Bangladesch will türkische Investoren anlocken
Iranisches Öl-Embargo: Türkei sucht neue Lieferanten
Türkische „Energiewende”: Weg von Gas hin zu Kohle und Kernkraft

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.