Der beste Job der Welt: Das wurde aus dem Mann auf der Trauminsel

Es war das Angebot des Jahrhunderts: Hamilton Island im weltbekannten Great Barrier Reef hatte den "besten Job der Welt" zu vergeben. Für 80.000 Euro sollte ein junger Mann oder eine junge Dame sechs Monate auf der Insel leben und darüber bloggen. Ben Southall zog den Deal an Land. Das war vor drei Jahren. Und wie ergeht es ihm heute?

Das Medienaufgebot 2009 war riesig: Das, was sich die Behörden von Queensland da haben einfallen lassen, klang schon fast wie ein unmoralisches Angebot. Letztlich konnte sich der britische Sozialarbeiter, damals 34 Jahre jung, gegen 35.000 Bewerber aus der ganzen Welt durchsetzen. Villa, privates Schwimmbecken, traumhafte Strände und eine sagenhafte Unterwasserwelt – für Ben Southall war sein Arbeitsplatz gleichzeitig das Paradies auf Erden.

Für Ben, der sich mit seinen Hobbys Bungee-Springen, Sporttauchen, Marathonlaufen, Klettern und das Reiten auf einem Vogelstrauß als „Island Caretaker“ empfohlen und sich in der Finalrunde übrigens auch gegen eine Deutsche durchgesetzt hat, wurde es dann ab dem 1. Juli 2009 richtig „ernst“. Die ungewöhnliche Werbekampagne, die den Nordosten von Queensland touristisch bekannter machen sollte, nahm Fahrt auf.

Medienrummel statt einsamer Tage am Strand

Doch wie war sein Leben zwischen Surfen, Grillen und Hängematte? Immer nur die reinste Idylle? Wohl kaum, wie die britische „Daily Mail“ nun berichtet. Dachte er zu Beginn noch, dass es sein würde wie bei Tom Hanks in „Castaway“, wurde er schnell eines Besseren belehrt. „Je länger es lief, desto größer wurde es auch“, fasst Ben heute zusammen. Gleich nachdem er gewonnen hätte, hätte er einen Zehn-Minuten-Slot in der Oprah Winfrey Show bekommen – und diese würde immerhin in 140 Ländern der Welt ausgestrahlt. Und was wurde aus dem gemütlichen Teil? Bloggen über eine Trauminsel kann doch eigentlich nicht so schwer sein? Oh doch, wie er sehr schnell feststellte. Lange Mußestunden in einem Fünf-Sterne-Resort, Jet Ski und Tauchen, kombiniert mit einer strikten Arbeitsmoral – das wurde auf Dauer wirklich anstrengend. Dazu kam seine Abenteuerlust, die ihn die Insel auf ausgiebigen Touren erkunden ließ.

Er schaffte es sogar in einer sechsteiligen Show für „National Geographic“ mitzuwirken, wo er die Route die James Cook vor mehr als 240 Jahren genommen hat, zurückverfolgen durfte. Erst letzten Mai brach er zur „besten Expedition der Welt“ auf und verbrachte vier Monate mit Kajak, Radfahren und Segeln 1600 km entlang des Great Barrier Reef. Daneben ist er mittlerweile auch im australischen Kinderprogramm zu sehen. Heute ist ihm klar: „Sie hätten es eigentlich den umfangreichsten Job der Welt nennen sollen.“ Der, so erzählt er weiter, nicht immer ungefährlich gewesen sei. Schon kurz nachdem er begonnen hatte, hatte er eine Begegnung mit dem Tod, nachdem er von einer giftigen Qualle gestochen wurde. Größer hätte der Kontrast zu seiner Aufgabe, vom schönsten Ort der Welt zu berichten, in diesem Moment wirklich nicht sein können. Und im Wasser lauerte noch mehr, nicht nur Irukandji Quallen. Da gab es Haie, giftige Steinfische und und und.

Neue Jobbeschreibung: Ben Southall wird zum Botschafter

Abschrecken ließ sich Ben davon allerdings nicht. Schließlich war er so hervorragend in seinem Job, dass seine Bezeichnung bald in Tourismus-Botschafter geändert wurde. Die Folge: Sein Aufgabenbereich wurde nochmals erweitert. Jetzt galt es, nicht nur das Riff, sondern ganz Queensland zu bewerben – einschließlich des Outbacks, Regenwald und die Gold Coast. Also schrieb er weiterhin seinen Blog und war zudem als rasender Reporter mit Videokamera unterwegs.

Und wie stand es in dieser Zeit mit der Liebe? Als Ben den Job an Land zog, war er mit Breanna Watkins zusammen. Diese Beziehung gehört mittlerweile aber der Vergangenheit an. Während einer Tourismus-Veranstaltung vor 18 Monaten lernt er Sophee McPhee kennen. Im kommenden November wollen die beiden auf Hamilton Island, seinem ersten australischen Zuhause, heiraten. Auf die drei letzten Jahre zurückblickend kann er es selbst nicht glauben, dass er es hier in der Abgeschiedenheit so lange ausgehalten hat. Vor vier Jahren sei er noch mit einem Jeep durch Afrika gereist. Mittlerweile lebt er in Brisbane. Stadtleben – ebenfalls eine völlig neue Erfahrung für ihn. Sein Abenteuer des Lebens ist für ihn übrigens noch nicht vorbei. Demnächst will er Asien erkunden. Immerhin: hätte es diesen Job nicht gegeben, wäre sein Leben wohl ziemlich anders verlaufen.

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