Gemeinsame Erinnerung: Türken und Armenier gedenken Opfern von 1915

Türken und türkisch-armenische Bürger haben am vergangenen Dienstag, den 24. April gemeinsam auf dem zentralen Platz von İstanbul den Ereignissen von 1915 gedacht.

Dem Sitzstreik auf dem Taksim-Platz, organisiert von „Nein zu Rassismus“ und der Nationalismus Initiative, wohnten auch eine ganze Reihe von Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben bei, darunter die Ehefrau des ermordeten türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink, Rakel Dink, die BDP-Abgeordneten  Sırrı Süreyya Önder und Sebahat Tuncel, der einstige ÖDP-Chef Ufuk Uras, die Journalisten Oral Çalışlar, Hüseyin Hatemi und Hilal Kaplan sowie andere Intellektuelle.

Vor einem Banner mit der englischsprachigen Aufschrift  “This pain belongs to all of us” legten die Demonstranten Nelken nieder. Zişan Tokaç, der im Namen der Gruppe sprach, erklärte, dass Armenier ins Exil geschickt worden seien, in dem sie nicht überleben könnten. Daneben erzählt er von Greueltaten, die damals begangen wurden (für seine Leugnung des Genozids erwartet den EU-Minister Egemen Bağış keine Strafverfolgung in der Schweiz – mehr hier).

Auch in Eriwan gedachten Tausende dem 24. April 1915

Uras erklärte gegenüber den anwesenden Reportern, dass sich die Türkei seiner Geschichte stelle und das „Leid teilt“. Er stellte heraus, dass sich an diesem Protest Menschen aus allen Lebensbereichen beteiligen würden. Dink hingegen sagte, dass das armenische Volk durch Dinge gegangen sei, die sie nicht einmal laut sagen könnte und dass es immer noch ähnliche Probleme gäbe (eine französische Karikatur rief kürzlich türkische Eltern auf den Plan – mehr hier).

Unterdessen protestierten zwei nationalistische Gruppen gegen die Versammlung. Die Polizei erlaubte ihnen allerdings nicht, sich der Versammlung zu nähern. In der armenischen Hauptstadt Eriwan gingen am vergangenen Dienstag Tausende Menschen auf die Straße, um an den 97. Jahrestag der Ereignisse von 1915 zu erinnern. Unter ihnen befand sich auch Präsident Serzh Sarksyan. Während der Märsche kam es auch zur Verbrennung türkischer Flaggen durch nationalistische Gruppen. Auch die armenischen Gemeinden in Beirut und Moskau organisierten Proteste, in New York gingen ebenfalls armenisch-stämmige Bürger auf die Straße.

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