Turkish Airlines Crash in Schiphol: Niederlande erheben keine Anklage

Die niederländische Staatsanwaltschaft will nach dem Absturz einer Maschine der Turkish Airlines in der Nähe des Amsterdamer Flughafens Schiphol im Jahr 2009 nun keine Anklage erheben. Bei dem Unglück waren neun Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Nach einer insgesamt dreijährigen Untersuchung erklärte die Staatsanwaltschaft an diesem Mittwoch nun, dass niemand ein Verbrechen begangen habe als die Boeing 737-800 mit 134 Menschen an Bord um 10.31 Uhr auf einen Acker in der Gemeinde Haarlemmermeer in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern aufschlug und in drei Teile zerbrach. Sie war am Morgen des 25. Februar 2009 um 8.22 Uhr in Istanbul gestartet und sollte eigentlich um 10.40 Uhr in Amsterdam landen (bei einem Absturz in der Türkei kam kürzlich ein Militärpilot ums Leben – mehr hier).

Fehlerhafter Höhenmesser trägt Schuld am Unglück

Nach Ansicht der niederländischen Ermittler kam es zum Absturz des Fluges TK1951, weil ein fehlerhafter Höhenmesser falsch abgelesen wurde. Die Folge: der Autopilot drosselte die Geschwindigkeit kurz vor der Landebahn massiv. Laut der Ermittler waren ungenaue Ablesungen des Höhenmessers ein bekanntes Problem. Auch die Piloten, die beim Absturz ums Leben kamen, hätten davon gewusst und eigentlich in der Lage sein sollen, das zu kompensieren. Direkt nach dem Unglück schilderten Passagiere, dass die Boeing kurz vor der Landung fast wie ein Stein vom Himmel gefallen sei. Und zwar ohne dass es vorher Hinweise auf Schwierigkeiten gab. „Wir gingen plötzlich in den freien Fall über.“ (die British Airways hatte hingegen mehrmals versehentlich Notlandungen angekündigt – mehr hier)

Wie aus dem Bericht der Staatsanwaltschaft hervorgeht, wären die Piloten nicht dem Protokoll gefolgt, das in Fällen von Instabilität der Maschine kurz vor der Landung heranzuziehen sei. Dieses schreibt eigentlich vor, dass die Piloten die Landung in einer solchen Situation abzubrechen hätten. Dennoch erklärte die Staatsanwaltschaft nun, dass in ihrer Handlung „keine kriminelle Absicht“ gelegen hätte. Im Abschlussbericht heißt es, dass die Baureihe Boeing 737 eigentlich als „extrem sicher“ gelte und es  nur gelegentliche Probleme mit Höhenmessern gebe, welches „in der Luftfahrt nicht als Sicherheits-, sondern als technisches Problem gesehen“ würde.

http://www.youtube.com/watch?v=jotNMzFlFUo

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