Aufatmen in St. Antoine: Kirche muss keine Million Lira Steuern nachzahlen

Sogar Papst Benedikt XVI. hatte sich eingeschaltet, damit die in Beyoğlu ansässige Kirch St. Antoine keine Steuernachzahlung in beträchtlicher Höhe leisten müsse. Jetzt kann dort aufgeatmet werden. Die Gemeindeverwaltung als auch das Finanzministerium haben der größten katholischen Kirche İstanbuls sowohl die Grundsteuer als auch die fällige Strafe erlassen.

Ursprünglich, so heißt es nun in den türkischen Medien, waren auf den 642 Quadratmeter großen Hof der Kirche Steuern erhoben worden. Angehäuft hatten diese sich dann über einen Zeitraum von stolzen 27 Jahren (der Pastor der Kirche betonte, dass man für diesen Platz ebenso wie für die Kirche von einer Steuerbefreiung ausgegangen sei – mehr hier).

Finanzministerium: Steuern nur auf Geschäfte mit Mieteinnahmen

Jetzt klärte das Finanzministerium auf, dass nur Steuern auf die Geschäfte, die zur Kirche gehören, erhoben würden, da man hier Mieteinnahmen erwirtschaften würde. „Wir haben dem Vatikan, der italienischen Botschaft und unseren Anhängern mitgeteilt, dass die Geldbuße gelöscht wurde und dass sich das Ganze um ein Missverständnis handelte“, erklärt Pastor Lulian Pişta auf Nachfrage gegenüber der „Hürriyet“. Jetzt sei man froh, dass alles aufgeklärt sei.

In den ungewöhnlichen Fall – der Kirche wurde eine Zahlungsfrist bis zum 18. April gesetzt – hatte sich Anfang April auch Papst Benedikt XVI. über das italienische Konsulat in Istanbul eingeschaltet. Er forderte die Beamten auf, der Sache umgehend nachzugehen und falls erforderlich sogar Klage einzureichen. Eine angebotene Lösung des Bürgermeisters von Beyoğlu, Ahmet Misbah Demircan, die mit einer Änderung der Kirchendokumente einher gehen sollte, hatte der Pastor zuvor abgelehnt. “Wenn die Sultanahmet Moschee keine Registrierung als Heilige Stätte braucht, dann sollten wir das auch nicht”, so seine Argumentation. Immerhin gehe die Kirche auf das Jahr 1230 zurück. (wie sich die Situation einer Minderheitenkirche in der Türkei darstellt, darüber sprachen die DTN mit der ersten deutschen Pfarrerin vor Ort – mehr hier).

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