Zum „öffentlichen Wohl“: Türkische Stadt verbietet Alkohol

In der westanatolischen Stadt Afyonkarahisar heißt es künftig "Schluss mit lustig". Dort wurde der Verkauf und Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen nun "zum Wohle der Allgemeinheit" verboten.

Es ist, laut einer Erklärung von Gesundheitsminister Recep Akdağ, der sich dem Kampf gegen Alkohol und Rauchen verschrieben hat, das erste Verbot dieser Art, das bisher in der Türkei ausgesprochen wurde (erst im letzten Jahr kam es auch hier zu Steuererhöhungen – mehr hier).

Und das jetzt in Afyonkarahisar geltende Verbot ist weitreichend: Es verbietet den Verkauf und den Konsum Alkohol auf öffentlichen Plätzen wie etwa in Parks, auf Grillplätzen, in Gärten, Bushaltestellen oder auf Straßen, an Grabstätten, Brücken, Kirchen, kulturellen und historischen Stätten sowie in verlassenen Gebäuden. Darüber hinaus ist der Genuss von Alkohol, so berichten die türkischen Medien, in allen Arten von Fahrzeugen – darunter auch die öffentlichen Verkehrsmittel – untersagt.

Frieden und Sicherheit in der Stadt soll gewahrt bleiben

Doch warum greift man zu derart drastischen Verboten? Ein Erklärungsversuch kommt aus dem Büro des Gouverneurs von Afyonkarahisar. Hier lautet die Argumentation, dass man mit dem Verbot den „Frieden und die Sicherheit innerhalb der Grenzen der Stadt sicherstellen und Verbrechen verhindern“ möchte (im letzten Sommer gingen die türkischen Behörden zudem massiv gegen Alkoholpanscher vor – mehr hier).

Demnach hätten Alkoholkonsumenten gleich eine Reihe von öffentlichen Plätzen in der 170.000 Einwohner großen Stadt in Beschlag genommen. Die Folgen seien verstärkte Unruhen und vermehrte Verkehrsunfälle in diesen Gegenden gewesen. „Diese Regelungen wurden eingeführt, um die öffentliche Ordnung innerhalb der Stadt zu wahren und Verkehrsunfälle zu verhindern.“ Diejenigen, die gegen diese Verordnung verstoßen, können mit einer Geldstrafe von 82 Türkischen Lira belangt werden.

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