Unter Terrorverdacht: Türke in Dänemark festgenommen

Sollte Dänemark Ziel eines Terroranschlags werden? Die Polizei in Kopenhagen hat drei Verdächtige festgenommen, nachdem die Beamten automatische Waffen und Munition bei ihnen gefunden hatten. Unter den Verhafteten war auch ein Türke. Das teilte der hiesige Geheimdienst am vergangenen Freitag mit.

Wie der Geheimdienst PET bekanntgab, seien die Männer im Zuge einer laufenden Terror-Fahndung an zwei verschiedenen Orten im Großraum Kopenhagen festgenommen worden. Sie stehen im Verdacht „Schnellfeuerwaffen zu besitzen und einen Terrorakt geplant zu haben“. Einzelheiten, um welches Ziel es sich handeln könnte, gab der Geheimdienst nicht bekannt. „Die Ermittlungen werden nun zeigen, ob es durch die Festgenommenen eine Terror-Bedrohung gegeben hat und ob diese nun abgewendet werden konnte“, gibt sich die PET bedeckt (in der Türkei wurde Anfang April ein mutmaßliches Al Qaida-Mitglied festgenommen – mehr hier).

Verdächtige Männer werden Haftrichter vorgeführt

Laut Geheimdienst handelt es sich bei den Männern um einen 22-jährigen Jordanier und einen 23-jährigen Türken, die in Dänemark leben sowie um einen 21-jährigen Dänen, der in Ägypten wohnhaft ist. Bereits an diesem Samstag soll entschieden werden, ob sie in Untersuchungshaft verbleiben. Eine entsprechende Anhörung vor einem Haftrichter ist  angesetzt. Es ist nicht bekannt, ob die Verdächtigen einem bestimmten Terrornetzwerk angehören.

Die Behörden befinden sich bereits seit 2005 in erhöhter Alarmbereitschaft. Damals wurden von der Zeitung „Jyllands-Posten“ zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Seither hat er Geheimdienst wiederholt gewarnt, dass Dänemark Ziel radikaler islamistischer Gruppen werden könnte. Im Zuge der Karikaturen-Veröffentlichung brachen in zahlreichen muslimischen Ländern gewaltsame Unruhen aus. Militante Islamisten riefen ihre Anhänger auf, Rache zu nehmen. Erst am 13. April dieses Jahres begann der Prozess gegen vier schwedische Terrorverdächtige, die 2010 einen Anschlag auf die Zeitung geplant hatten (Anfang 2011 nahm die Polizei in diesem Zusammenhang fünf Männer fest – mehr hier). Ihnen wird zur Last gelegt, einen bewaffneten Überfall auf die Zentrale des Blattes vorbereitet zu haben. Außerdem wird ihnen illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Das Quartett wurde im Dezember 2010 nach monatelanger Überwachung durch schwedische und dänische Behörden festgesetzt. Sie bezeichneten die Männer als „islamische Extremisten, die die dänische Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzen“ wollten. Kommt es zu einer Verurteilung, könnte das bis zu 16 Jahre Gefängnis bedeuten.

Erst im vergangenen Mai wurde der aus Tschetschenien stammende Lors Doukayev wegen der Herstellung einer Briefbombe, die 2010 in einem Hotel in Kopenhagen detonierte, zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der 25-jährige, der seinen Wohnsitz in Belgien hatte, wurde bei der Montage der Bombe, von der man glaubt, dass sie für die Zeitung  „Jyllands-Posten“ bestimmt war, verletzt. Sonst kam niemand zu Schaden.

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