Harter Cut in Aserbaidschan: Alle ausländischen TV-Shows verboten

Die Begründung klingt fragwürdig und ist dennoch todernst: Um den "heimischen Sektor zu unterstützen" sind in Aserbaidschan, in wenigen Wochen übrigens Gastgeber des 57. Eurovision Song Contests, seit diesen Montag alle ausländischen TV-Shows verboten.

Das Verbot umfasst, so heißt es derzeit in den türkischen Medien, auch alle Shows, die ins Aserbaidschanische synchronisiert wurden. Von dem Verbot betroffen sind unter anderem auch türkische Seifenopern. Wie der Vorstand des Aserbaidschanischen Nationalrates für Fernsehen und Radio, Nushirvan Meherremli, erklärte, stehe die Entscheidung der Regierung fest und sie werde nicht davon abweichen.

Bis zum Lizenzentzug: Drakonische Strafen für TV-Sender

Die neue gesetzliche Regelung sieht vor, TV-Stationen zunächst zu verwarnen und dann Strafen zu verhängen, falls diese weiterhin entsprechende ausländische Sendungen ausstrahlen und somit das verhängte Verbot verletzen sollten. Diese können bis zum einem generellen Ausstrahlungsverbot des Senders und dem Einziehen seiner Lizenz gehen. Die Regierung hofft, so Meherremli weiter, damit dem heimischen TV-Sektor Vorschub leisten zu können (auf Grund von Menschenrechtsverletzungen und möglicher Zensur hat unter anderem das Europäische Parlament zu einem Boykott des Eurovision Song Contests aufgefordert – mehr hier).

Ab dem 22. Mai findet in Baku der Eurovision Song Contest statt. Für Deutschland geht Roman Lob mit dem Song „Standing Still“ an den Start. Insgesamt 42 Länder schicken 2012 einen Kandidaten ins Rennen. Das erste Halbfinale wird am 22. Mai, ab 21.00 Uhr ausgetragen. Das zweite Halbfinale steht am 24. Mai auf dem Programm. Hier ist dann auch der türkische Kandidat Can Bonomo mit „Love Me Back“ zu sehen (der Song und der dazugehörige Clip sind nicht unumstritten – mehr hier). Zwei Tage später steht dann endlich das große Finale vor der Tür.

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