Umfrage zu Al Qaida: Terrororganisation findet in muslimischen Ländern kaum Unterstützung

Ein Jahr ist es her, seit eine US-Spezialeinheit Osama Bin Laden am 2. Mai 2011 in seinem Versteck in Pakistan aufgespürt und getötet hat. Doch wie steht die Bevölkerung heute zu Al Qaida? Eine Umfrage in fünf muslimisch geprägten Ländern hat ergeben, dass die Mehrheit der Bevölkerung kaum etwas Gutes über die Terrororganisation zu sagen hat.

Die meisten der Ansichten, die von Muslimen in Ägypten, Jordanien, Libanon, Türkei und in Pakistan gegenüber den Mitarbeitern des „Global Attitudes Project“ des Pew-Forschungszentrums geäußert wurden, waren überwiegend negativ. Die Organisastion, die ihre Umfrageergebnisse am vergangenen Montag veröffentlichte, wies jedoch darauf hin, dass gerade in Pakistan einige Gebiete – in denen sich 18 Prozent der Bevölkerung aufhalten – auf Grund des hohen Sicherheitsrisikos nicht befragt werden konnten.

Al Qaida: 73 Prozent der Türken sprechen sich negativ aus

Die großangelegte Umfrage ergab, dass es in Ägypten eine überwältigende Mehrheit an Menschen gibt, die Al Qaida negativ gegenüber stehen. Sie machen 71 Prozent der Bevölkerung aus, während 21 Prozent dem Terrornetzwerk wohl gesonnen gegenüber stehen. Ähnlich gestaltet sich die Lage in Jordanien. Hier lehnen 77 Prozent der Bürger Al Qaida strikt ab. 15 Prozent äußern sich positiv. Noch deutlicher fällt der Kontrast in der Türkei aus (Staatspräsident Gül zeigte sich im Mai 2011 erleichtert über Osama Bin Ladens Tod – mehr hier). Hier sprechen sich 73 Prozent der Bevölkerung gegen Al Qaida aus. Nur sechs Prozent können ihr etwas Positives abgewinnen. Am entschiedensten ist die Stimmung jedoch im Libanon. 98 Prozent negativen stehen hier zwei Prozent positiven Meinungen gegenüber. In Pakistan ist das Bild weit weniger klar. 55 Prozent negativen stehen hier 13 Prozent positiven Stimmen gegenüber.

Wie Pew weiter feststellt, habe die Unterstützung für Bin Laden schon vor seinem Tod kontinuierlich nachgelassen (die Nachricht von seinem Tod wurde vielerorts mit Jubelstürmen aufgenommen – mehr hier und hier). In Jordanien zum Beispiel erklärten 2007 61 Prozent der Befragten, dass sie Vertrauen darin hätten, dass der Terrorfürst das Richtige tue. Im Jahr darauf, nach den Selbstmord-Anschlägen in Jordaniens Hauptstadt Amman, fiel diese Zahl auf 24 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es dann nur noch 13 Prozent.

Die Umfrage wurde von Ende März bis Anfang April durchgeführt. Und die Ergebnisse erscheinen recht zuverlässig: Die Fehlertoleranz liegt, so berichten türkische Medien, zwischen 4,2 und 5,2 Prozentpunkten.

Hier geht es zu den detaillierten Umfrageergebnissen.

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