Export-Boom mit Scheinrechnungen: Millionen-Betrug in der Türkei

Mit angeblichen Textilexporten in den Irak und den Iran ergaunerte ein türkisches Steuerbetrugs-Netzwerk mehrere Millionen Dollar. 22 Verdächtige nahmen die Behörden bei landesweiten Razzien fest. Weitere Mitglieder des Rings sind noch auf der Flucht.

Exporte im Wert von rund 400 Millionen Dollar gab die kriminielle Organisation über Jahre an. Dabei erhielten nach Angaben türkischer Medien für die angeblichen Textilausfuhren knapp 25 Millionen an Steuer-Rückerstattung. Mit involviert gewesen sein sollen sogar Steuerbeamte, die dem wie es heißt größten Steuerbetrugs-Netzwerks der Türkei mit Fachwissen und in den Behörden geholfen haben sollen.

Bei landesweiten Razzien wurden in den vergangenen Tagen 22 der 150 Verdächtigen festgenommen. Zudem berichtet die Anatolia Nachrichtenagentur, dass auch PKK-Mitglieder Teil des Kriminellen Netwerks seien (die PKK soll auch in Syrien das Assad-Regime unterstützen – mehr hier). Ob und inwiefern Gelder an die Terrororganisation geflossen sind, müssen die weiteren Entwicklungen klären. Der Kopf der Bande, in den Medien nur Y.H. genannt, befand sich offenbar in Ankara.

Anscheinend schon seit Jahren erwirtschaften die Mitglieder mehrere Millionen Dollar und haben dabei ihren Plan genauestens durchdacht. Sogar eine fiktive Bank hätten sie gegründet, womit sie Scheinrechnungen ausstellen konnten. Wenn diese von anderen Behörden überprüft wurden, hätten sich über eine eigens eingerichtete Telefonnummer die angeblichen Bankmitarbeiter gemeldet und alles weitere bestätigt. So konnten die kriminellen Machenschaften über Jahre unentdeckt bleiben. Das „Exportziel“ sei vor allem der Iran und der Irak gewesen.

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