Vergiftung durch Milch: Türkische Hacker attackieren Firmen-Webseiten

Die türkische Hacker-Gruppe RedHack hat die Internetseiten von mehreren Milch-Unternehmen angegriffen. Die Internetaktivisten protestierten damit gegen die Erkrankung von Hunderten Schulkindern, die am vergangenen Mittwoch nach Start einer kostenlosen Milch-Verteilung ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Gezielt ging RedHack Internetseiten von Unternehmen an, die Partner des eben erst gestarteten Regierungsprojektes sind.

Nach ihrem Eindringen hinterließen die Cyber-Aktivisten eine Notiz, in der sie die Firmen beschuldigten auf Grund ihrer engen Beziehung zur regierenden Partei Gefälligkeiten von der Regierung zu erhalten.

RedHack: „Wir sind gegen Gift.“

„Sie sind nicht die einzigen, die daran schuld sind“, heißt es in der Notiz weiter. Die Gruppe kritisierte zudem die aktuellen Medienberichte, in denen behauptet wurde, die Gruppe hätte etwas gegen die kostenlose Verteilung von Milch an den Schulen einzuwenden gehabt. „Wir sind nicht gegen freie Milch“, betont RedHack. „Wir sind gegen Gift.“

Erst Ende April machte RedHack erneut von sich reden, als sie die Webseite der konservativen Zeitung „Mili Gazette“ lahmlegte. Nur wenige Tage zuvor hatte die marxistisch-leninistisch und pro PKK eingestellte Hacker-Gruppe die Webseite des türkischen Innenministeriums gehackt und anschließend alle Dokumente aus dem Dateiensystem des Ministeriums heruntergeladen. In der Zwischenzeit erhielten die  türkischen Cyberaktivisten sogar „prominente“ Unterstützung vom weltweit agierenden Kollektiv „Anonymous“, das Redhack im Kampf gegen die Internetzensur unterstützen will (generell richtet sich ihr Kampf gegen Pauschalverurteilung und Überwachung der türkischen User – mehr hier).

Übelkeit und Bauchweh: Kinder haben Laktoseintoleranz

Gleich in mehreren Städten waren am vergangenen Mittwoch insgesamt rund 300 Schülerinnen und Schüler nach dem Genuss von Milch mit typischen Vergiftungserscheinungen wie Bauschmerzen und Erbrechen ins Krankenhaus gebracht worden. Während einige Gouverneure von vorneherein nicht an eine Vergiftung glaubten, wollte man in Sivas erst einmal abwarten. Mittlerweile, so berichten zahlreiche türkische Medien, wird allerdings davon ausgegangen, dass es sich bei den Erkrankungsfällen um eine Laktoseintoleranz der Kinder gehandelt habe. Dies sei in der Türkei zwar nicht so verbreitet wie zum Beispiel in China, aber nicht so selten, wie oftmals allgemein angenommen werde.

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