Trotz Boykott: Armenisches Staatsfernsehen muss Eurovision ausstrahlen

Beim Eurovision Song Contest 2012 wird ein Land weniger teilnehmen. Armenien hat kürzlich bekannt gegeben, keinen Teilnehmer nach Baku zu entsenden. Nun wird ein Bußgeld fällig und das Staatsfernsehen muss den Eurovision trotz allem senden.

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat entschieden, dass Armenien den vollen Beitrag zur Teilnahme am Eurovision Song Contest zahlen muss, obwohl sich das Land entschieden hatte, nicht teilzunehmen (trotz der Bemühungen der EBU – mehr hier). Hinzu komme nochmal die Hälfte des Beitrags als Bußgeld. Um wie viel Geld es sich hierbei genau handelt, wurde allerdings nicht veröffentlicht.

„Wir sehen keine Logik darin, Menschen in ein Land zu schicken, in dem sie als Feinde angesehen werden“, so die Erklärung des armenischen Staatsfernsehens am Mittwoch. Nichtsdestotrotz muss der Song Contest am 26. Mai in Armenien ausgestrahlt werden, andernfalls werden die Teilnehmer des Landes auch 2013 vom Wettbewerb ausgeschlossen sein.

Zwischen Armenien und Aserbaidschan herrschen politische Spannungen. Beide Länder beanspruchen das Gebiet des Berg-Karabach für sich. Erst vor kurzem kam ein armenischer Grenzsoldat in der Region ums Leben. Während Armenien sich sicher ist, dass er gezielt von aserbaidschanischen Soldaten getötet wurde, behauptet Aserbaidschan es habe sich um „friendly fire“ gehandelt.

Auch Menschenrechts-Organisationen riefen zum Boykott auf (mehr hier). Kritikpunkte sind, dass die friedlichen Demonstrationen der Opposition in Aserbaidschan von der Polizei entweder verboten oder gewaltsam verhindert werden, sowie die Inhaftierung von Journalisten.

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