Rekordversuch: Junger Iraker will 6 Kilometer langen Koran schreiben

Seine Arbeit verrichtet er mühsam auf den Knien. Doch Hussein al-Kharsan hat Großes vor. In schöner arabischer Schrift und mit einem traditionellen Holz-und Feder-Stift will er den größten Koran der Welt anfertigen und damit ins Guinness Buch der Rekorde kommen.

Der 25-jährige Iraker will seinen Ruhm auf ziemlich ungewöhnlichem Weg erreichen. Durch seine Hände soll der längste Koran der Welt entstehen. Die Schriftrolle, so erkärt Kharsan, soll am Ende zwischen 5.500 und 6.000 Meter lang werden. Sein Ziel: Ein Guinness-Weltrekord (ein Türke versucht es derweil mit Mini-Messern – mehr hier). Übrigens der zweite Eintrag mit Bezug zum Koran.

Eigentlich sollte der riesige Koran bereits in diesem Jahr fertig sein, wenn Nadschaf islamische Kulturhauptstadt ist. Doch das Projekt verzögerte sich mehrmals und sah sich sogar mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Doch all das konnte Kharsan, der an der Universität von Bagdad Bildende Künste studiert hat, nicht davon abhalten seine Arbeit in einer religiösen Schule von Nadschaf fortzusetzen. Schmerzen in seinem Nacken und Rücken, vom langen Knien ignorierte er.

Iraker arbeitet täglich fünf Stunden unter Schmerzen

„Zu Anfangs gab es die Vereinbarung die Arbeit in sechs Monaten abzuschließen. Berechnungsbasis hierfür war jeden Tag drei von insgesamt 503 Koranseiten täglich zu schreiben“, so Kharsan. „Am Anfang gelang mir das auch und ich arbeitete für mehr als zwei Wochen je 16 Stunden am Tag bis dann die Schmerzen begonnen haben.“ Sein Arzt riet ihm darauf hin die Arbeit für etwa einen Monat einzustellen. Doch der junge Mann lehnte ab und erklärte, dass er mit dem Segen des Korans an die Arbeit gehe. „Jetzt nehme ich Schmerzmittel und arbeite fünf Stunden täglich. Das bedeutet aber auch, dass ich gut ein Jahr brauche, bis ich fertig bin.“

Kharsan, der bereits mit neun Jahren an arabischen Kalligraphie-Wettbewerben teilnahm, schreibt die Verse auf vier Stücke weißes Papier, jedes davon 1500 Meter lang (auch die größte Karikatur der Welt zeichnete ein Türke – mehr hier). Seit dem Start seines Vorhabens vor gut einem Monat hat er bereits 13 Seiten erfolgreich kopiert. Arabische Kalligraphie ist eine der bekanntesten Formen der arabischen und islamischen Kunst. „Wir sind das Volk der arabischen Kalligraphie“, sagt Scheich Ali Merza, der Direktor der Schule, in der Kharsan an seinem Koran arbeitet. „Kufi Kalligrafie [benannt nach der Partnerstadt von Nadschaf, Kufa] ist bekannt, und wenn wir kalligraphieren, ist das nichts Neues für uns, weil wir diese Art von Kunst schon immer praktizieren“, so Merza weiter. Die Arbeit des 25-Jährigen, das sicherte er zu, werde ausgestellt, ganz gleich, ob man dann noch Kulturhauptstadt sei oder nicht.

Bisher gibt es im Guinness Buch der Rekorde übrigens keinen Eintrag für den längsten Koran der Welt. Lediglich der größte Druck ist hier verzeichnet. Er stammt aus Russland, ist zwei Meter hoch und  1.52 Meter breit. Das Buch wurde vergangenen November vorgestellt. Das kleinste Exemplar, mit 1.7 auf 1,3 Zentimetern entstand in Kairo im Jahre 1982. Es befindet sich heute im Besitz eines Pakistaners.

Hussein al-Kharsan will Teil der Geschichte werden

Das größte Buch der Welt hat jedoch weitaus beeindruckendere Dimensionen. Es misst fünf mal acht Metern und wiegt rund 1.500 Kilogramm. Es handelt vom Leben und Wirken des Propheten Mohammed und wurde im Februar in Dubai vorgestellt. „Dies ist eine gesegnete Arbeit“, ist sich auch der 25-jährige Iraner sicher. „Und zur gleichen Zeit wird mein Name Teil der Geschichte sein, da wir uns auf internationaler Ebene messen. Ich erhalte für meine Arbeit keinerlei Lohn. Obwohl es eine Vereinbarung gibt, dass ich einen bestimmten Prozentsatzes des Projektes, das sind etwa 100 Millionen Dinar [$ 83300], bekomme. Ich bin stolz auf das, was ich vollbringe. Alles, was ich möchte, sind meine Spuren zu hinterlassen.“

Mehr zum Thema:

Mammutprojekt: Afghane zeichnet größten Koran der Welt
Liebe Muslime – Traurig sein allein reicht nicht!
„Der Koran hat den Frauen mehr Rechte gebracht“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.