Türkei: Proteste um Fußball-Manipulationsskandal nehmen kein Ende

Der türkische Fußball-Verband hat keine Spielmanipulationen auf dem Spielfeld festgestellt und im Gegenzug den Paragraphen 58, der auch beim Versuch einer Manipulation den Zwangsabstieg vorgesehen hat, kurzerhand geändert. Drei Vereine werden nun alles daran setzten der Änderung entgegenzuwirken.

Erst im Januar bestätigte die UEFA, dass man sich in die Angelegenheit des Türkischen Fußball Verbands (TFF) nicht einmischen werde. Spätestens nach dem Amtsantritt von Yıldırım Demirören, dem neuen TFF-Präsidenten, begann die Operation um den „sauberen türkischen Fußball“. Der erste Anlauf den Paragraphen 58 zu ändern scheiterte nur informal. Die Delegierten sprachen sich zwar gegen eine Gesetzesänderung aus, doch dies hatte keine bindende Wirkung. Am Ende kann der TFF-Vorstand tun und lassen was es will. So kam es vor einigen Tagen per Pressekonferenz auch. Demirören und seine Kumpanen stellten fest, dass keine Schiebung den Rasen erreichte und sich somit eine „mögliche“ Sanktionierung nur auf Personen konzentriere. Spielergebnisse seien nicht beeinflusst worde, so die Einschätzung des TFF.

16 Vereine vor dem PFDK – nur reine Routine

Zwar wurden 16 Vereine dem professionellen Disziplinarausschuss übersandt, doch dies war ein obligarorisches Vorgehen. Gegen diese Entscheidung protestierten Galatasaray, Trabzonspor und Bursaspor noch. Die Disziplinarentscheidung des TFF war nur wenig überzeugend.

Überraschend: Fenerbahce zieht Klage zurück und geht den ausgerichtlichen Weg

Mit dem Rückzieher von Fenerbahce von der CAS-Klage merkte man schon, dass ausgerichtlichte Arrangements mit der UEFA am Start waren. Den finanziellen Schaden von der verwehrten Teilnahme in der Champions League, hatte Fenerbahce vor dem CAS zur Klage gebracht und die TFF sowie die UEFA kritisiert.

Trabzonspor will zur UEFA

Auch mit der Gesetzesänderung und dem CAS-Rückzieher von Fenerbahce haben insbesondere drei Vereine ein Problem mit der TFF-Entscheidung. Trabzonspor will zur UEFA und eine Beschwerde einreichen, da man nicht daran glaube, dass es keine Manipulation auf dem Spielfeld gegeben haben soll. Die Glaubwürdigkeit des TFF sehen Galatasaray und Buraspor auch nicht als gegeben. Umso überraschender war die Übersendung Galatasarays an die PFDK, obwohl in der Anklageschrift die „Löwen“ in keinem Zusammenhang mit einer Manipulation stehen.

SüperLig: Wie geht es weiter?

Die Zusammenarbeit mit der UEFA hat der TFF sehr gut über die Runden gebracht. Platini und Co. haben schon im Januar die autonome Stellung des türkischen Verbandes zum Ausdruck gebracht und daher eine Einmischung für nicht möglich erklärt. Zudem wird die UEFA die Entscheidung des TFF anerkennen, da die Änderung des Paragrahen 58 auch im legalen Rahmen ist und die Vereine vor einer zu harten Entscheidung schützt. Damit argumentierte auch der Vorstand des TFF, das Gesetzt sei zu hart und damit nicht fair.

Allerdings ist auch nicht ganz transparent, womit der TFF feststellen konnte, dass keine Manipulationen das Spielfeld erreicht haben solle. Die Allianz mit Galatasaray, Trabzonspor und Bursaspor wird damit auch keinen juristischen Erfolg erzielen können. Möglicherweise werden schon nach den Play-Offs (SüperFinal) wenige Funktionäre wegen Versuch einer Manipulation bestraft und der normale Alltag kehrt in den türkischen Fußball nach über einem Jahr wieder zurück. Die Frage, warum der TFF solange für eine Entscheidung gebraucht hat, ist einfach zu beantworten. Der Verband hat mit Mehmet Ali Aydınlar und Demirören nur mehr Zeit gewonnen um auch den Report des Ethik-Ausschusses erst einmal nicht publik machen zu müssen. Eventuell hat der Ethik-Ausschuss Manipulationen festgestellt, doch heute kann man nicht mehr beweisen, dass die Feststellungen abgeändert wurden. Am Ende bleibt es dabei: „Es gab keine Manipulationen auf dem Platz.“, so der TFF-Präsident Demirören.

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