Symposium in der Türkei: Der Prophet bietet Lösungen für soziale Probleme

Nicht nur in der westlichen, auch in der muslimischen Welt nehmen die sozialen und politischen Probleme zu. Inmitten dieses sich verändernden Klimas haben sich nun religiöse Gelehrte aus 60 Ländern getroffen, um den Umgang des Propheten Mohammed mit sozialen Fragen zu überdenken.

Das Symposium unter dem Titel „Lösungen für soziale Probleme aus der Sicht des Propheten“ wurde am vergangenen Wochenende von den beiden Publikationen „Yeni Ümit“ und „Hira“ in der südlichen Provinz Gaziantep abgehalten. Bekannte Religionswissenschaftler und Meinungsführer aus 60 Ländern diskutierten hier – unter besonderer Berücksichtigung der Sichtweise des Propheten – mögliche Wege, mit den aktuellen politischen und sozialen Krisen, die die muslimischen Staaten erschüttern und die Stabilität sowie den sozialen Frieden zwischen den verschiedenen muslimischen Gruppen auf eine harte Probe gestellt haben (auf der Deutschen Islamkonferenz verteidigte Minister Hans-Peter Friedrich den Islam – mehr hier).

Anwesend waren auch der Stellvertretende Ministerpräsident der Türkei, Bekir Bozdağ, der Präsident des Direktorats für religiöse Angelegenheiten, Mehmet Görmez, sowie der Präsident des Islamischen Zentrums in Neu Delhi, Maulana Wahiduddin Khan, die allesamt zum Auftakt der Veranstaltung am vergangenen Samstag zu den Teilnehmern sprachen (unterdessen fragt man sich in Deutschland, wohin die Islamkonferenz wohl steuert – mehr hier).

Worte Mohammeds auf heutige Probleme übertragen

Görmez appellierte an die Muslime, wieder auf den Pfad Mohammeds und seine „Sunnah“ zurückkehren, um Lösungen auch für heute relevante Probleme zu finden. Er unterstrich, dass die „Sunnah“ den Weg für eine Einheit im Denken, Fühlen und Beten der Muslime in der islamischen Welt ebnet, ganz egal wo sie leben würden. Sie sei die gemeinsame Basis für alle Muslime und überwinde alle Unterschiede – ob Hautfarbe, Rasse oder Wohnort. Eines der größten Probleme der Muslime heutzutage sei seiner Meinung nach, die Modelle und Überlegungen des Propheten auf die heutige Zeit zu übertragen, um so auch Probleme der Gegenwart zu lösen, die eine ernstliche Gefährdung des sozialen Friedens in der muslimischen Welt darstellten.

Zu den Themen, die auf dem Symposium angesprochen wurden, gehörten unter anderem Rassismus und die konfessionelle Spaltung. Der stellvertretender Premierminister der Türkei beklagte, dass das schwerwiegendste Problem der muslimischen Welt der Rassismus sei, der zu sozialen Streitigkeiten in den muslimischen Gemeinden geführt hätte und durch den viele Menschen im Zuge sektiererischen Unruhen ihr Leben verloren hätten. Noch einmal erinnerte Bozdağ daran, dass die Spaltung von Schiiten und Sunniten in der Vergangenheit zu viel Schmerz in der muslimischen Welt geführt hat. Er forderte die islamischen Gelehrten auf, eine effektivere Rolle in der Prävention von Sektierertum und Rassismus in der muslimischen Welt zu übernehmen, um weitere Zusammenstöße der verschiedenen Gemeinschaften zu verhindern und den Frieden zu wahren.

Redner sehen Fetullah Gülen als Vorbild für Dialog

Am zweiten Tag des Symposiums diskutierten hochrangige muslimische Akademiker die Rolle der islamischen Lehren in der zeitgenössischen Politik und Gesellschaft. Hauptredner Prof. Dr. Abdunnasır Ebu’l Basal unterstrich seinen Glauben an die Macht des Islams, um eine Verbundenheit zwischen den Menschen verschiedener Nationen und Religionen zu fördern. „Wenn Leute in der muslimischen Gesellschaft auf ihre muslimischen oder nationalen Wurzeln auf Grund des Islams stolz sind, hat das nichts mit Religion zu tun. Vor Gott sind wir alle Brüder im Glauben.“ Für Prof. Halil Nahvi of Mauritania seit es der Gelehrte  Fetullah Gülen, der hier einen wesentlichen Beitrag zur Verständigung zwischen islamischen Gemeinden und zwischen dem Islam und anderen Religionen geleistet habe (Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya meint, Integrationsministerin Öney würde Selektion unter Muslimen betreiben – mehr hier). Seine Lehren, davon ist er überzeugt, hätten eine echte Vorbildfunktion für den inter-und intra-religiösen Dialog. Dieser Ansicht schloss sich auch Mevlana Wahiduddin Khan an. Noch einmal unterstrich er, dass es die wichtigste Aufgabe für die Muslime sei, nun die Bedeutung des Heiligen Korans neu zu entdecken.

Mehr zum Thema:

Kuwait: Twitter-User wegen Beleidigung des Propheten Mohammed verhaftet
Anschlag auf französisches Satire-Magazin
“Es gibt keinen Gott”: Jetzt hat auch die Türkei ihren Karikaturenstreit!

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.