Neue kurdische Partei: Ab Oktober will sie in der türkischen Politlandschaft mitmischen

Eine neue kurdische Partei, die sich selbst als islamistisch bezeichnet, will ab kommenden Oktober auf der politischen Bühne der Türkei erscheinen. Schon jetzt werden jedoch Kontroversen befürchtet. Denn: Einer ihrer prominentesten Vertreter ist Sidki Zilan. Ein Anwalt, zu dessen Klienten in der Vergangenheit bereits Mitglieder der Hisbollah, eine militante sunnitische Gruppe im Südosten der Türkei, gehörten.

„Wir wollen alles tun, was notwendig ist, um eine Einheit entstehen zu lassen, die den Islam und den Dialog beinhaltet. Wir haben keine institutionellen Bindungen mit der Hisbollah. Ich glaube aber, dass wir Sympathien von Leuten der AKP, der HAS, der SP, der BDP und der Hisbollah-Gemeinschaft ernten werden“, so Sıdkı Zilan gegenüber der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ über seine neue „Kurdistan Islam Partei“.

Keine Kurdenpartei repräsentiert die islamische Gemeinschaft

Es wurde beschlossen, eine konservative, islamisch orientierte Partei zu etablieren, da es, so Zilan weiter, bisher noch keine Partei unter den vier kurdischen Parteien gebe, die die islamische Gemeinschaft vertrete. „Natürlich gibt es einen Bedarf, eine solche Partei zu gründen, die sowohl die islamische Lösung als auch die der Kurden und Kurdistan unterstützt.“ (auch die türkisch-kurdische Zeitung „Özgür Gündem“ darf weitermachen – mehr hier). Parteisitz werde Diyarbakir sein. Zudem sei es der Partei wichtig, nicht eine bestimmte Gruppe als Wähler zu haben. „In der Region von Kurdistan leben nicht nur Kuden“, so Zilan. „Deshalb nennen wir uns Kurdistan und nicht kurdisch“, betont er.

Zu einem großen Teil sehe der türkische Staat und die regierende AKP das Kurdenproblem durch „das Prisma der öffentlichen Sicherheit“ , führt der Anwalt weiter aus und fügt hinzu, dass man mit Blick auf die Probleme der Kurden ohnehin eine Partei sei, selbst als man sich noch nicht politisch formiert habe. „Der Staat wird mit Problemen der Gewalt und der öffentlichen Sicherheit, die von der PKK ausgehen, geplagt. Die PKK war nicht das Wesen der Sache, vielleicht ist es eine Konsequenz. Wir werden unser Ziel zu einem gewissen Grad erreicht haben, wenn wir zur Akzeptanz und zum Verständnis dieser Fakten beitragen.“ (türkische Behörden haben bei der PKK iranische Waffen gefunden – mehr hier).

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