Türkische Ministerien testen Schulmilch: Keine Unregelmäßigkeiten entdeckt

Nur eine Laktoseintoleranz oder doch Gift? Was hat dazu geführt, dass in der vergangenen Woche rund 1000 türkische Schulkinder ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten? Ein Expertemgremium hat jetzt Entwarnung gegeben. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Schülerinnen und Schüler, die sich nach dem Genuss von kostenlos ausgegebener Milch in Behandlung begeben mussten, durch kontaminierte Milch vergiftet wurden.

In einer schriftlichen Erklärung, die an diesem Dienstag veröffentlicht wurde, legte der Experten-Ausschuss, der gemeinsam vom Ministerium für Gesundheit und dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Tierzucht ins Leben gerufen wurde, dar, dass Proben der Milch, die zuvor an den Schulen verteilt wurde, nun umfassend auf physikalische, chemische und mikrobiologische Belastungen untersucht worden seien.

Milch enthält wichtige Nährstoffe für verschiedene Altersgruppen

Die Ergebnisse dieser Tests, so heißt es weiter, würden aufzeigen, dass keine pathogenen Mikroorganismen oder bakteriellen Toxine in den Milchproben vorhanden und dass es kein Problem mit der Schulmilch-Projekt gegeben hätte. Der Ausschuss stellte zudem fest, dass die Milch wesentliche Nährstoffe für Menschen verschiedener Altersgruppen sowie hochwertiges Eiweiß, Fette, Milchzucker, Kalzium, Phosphor und Riboflavin enthalte.

Inzwischen hat das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung jedoch eine Firma, die im Rahmen des Projekts Milch für die Schüler in Provinz Sivas zur Verfügung gestellt hat, ausgeschlossen, da die aus dieser Region genommenen Milchproben nicht steril waren. Wie die Testergebnisse später zeigten, enthielt sie saprophytische Organismen (vor einem Jahr wurden in türkischer Milch Spuren von Antibiotika nachgewiesen – mehr hier).

„Abschließend kann man sagen, dass das kostenlose Milch-Projekt, mit Blick auf den unzureichenden Verzehr von Milch in der Türkei, dazu beitragen wird, eine gesündere Generation von Schulkindern heranzuziehen und gesundheitliche Probleme auf Grund von Mangelernährung eindämmen wird“, so die Fachleute.

Recep Tayyip Erdoğan stellt Milch-Projekt nicht in Frage

Rund 1.000 Schüler aus Schulen in den Provinzen Adana, Edirne, Kırıkkale, Diyarbakır, Samsun, Sivas Sakarya und wurden vergangene Woche ins Krankenhaus gebracht, nachdem sie von der kostenlos verteilten Milch getrunken hatten. Schnell kamen Verdachtsmomente auf, die Milch aus dem Regierungsprogramm könnte vergiftet sein. Darauf hin reagierten sowohl der Landwirtschaftsminister Mehdi Eker als auch Bildungsminister Ömer Dinçer ebenso flott und dementierten derlei Gerüchte. Einstimmig verwiesen sie auf Allergien oder andere Vorerkrankungen. Auch Premier Recep Tayyip Erdoğan, der ebenfalls von Beginn an von allergischen Reaktionen der Kinder ausging, lässt dieser Rückschlag nicht an der Sinnhaftigkeit des Projekts zweifeln (Die Türkei möchte nach dem Vorbild der EU die Nahrungsmittelsicherheit stärker überwachen, mehr hier).

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