Keine Politik am Freitag: 74-Jähriger wird von türkischem Imam attackiert

Nase und Stirn sind von großen Pflastern bedeckt. Überhaupt wirkt der 74-jährige Arif Ekiz schwer gebeutelt. Zu verdenken ist es ihm nicht. Der türkische Senior wurde einem Imam tätlich angegriffen.

Zugetragen hat sich der ungewöhnliche Zwischenfall in der Provinz Muğla im Süden der Türkei. Der 74-jährige Arif Ekiz wurde angeblich von einem Imam geschlagen, nachdem dieser ihn gewarnt hatte, während des Freitagsgebets nicht auf politische Angelegenheiten einzugehen. Diese hätten, so die Ansicht des alten Mannes, nichts in einer Moschee verloren. Die Lobpreisung einer bestimmten politischen Partei schon gar nicht (im letzten Jahr forderte Schavan Imame auch in Deutschland als Religionslehrer einzusetzen – mehr hier).

Ehefrau und Glaubensbrüder eilten zu Hilfe

Die Reaktion des 28-jährigen Imam auf eine solche Einmischung soll dann, so berichtet die türkische Zeitung „Milliyet“, ungewöhnlich heftig ausgefallen sein. Seine Frau, so behauptet Ekiz, habe ihn vor dem Imam, der ihm mehrere Schläge ins Gesicht verpasst hätte, gerettet, während Glaubensbrüder, die die Moschee ebenfalls gerade für ein Gebet besuchten, ebenfalls versuchten, den wild gewordenen Imam zu beruhigen.

Die Folge der Handgreiflichkeiten: Arif Ekiz musste eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Neben Schlägen ins Gesicht erlitt der alte Mann Verletzungen durch eine Gartenharke, die der junge Imam einsetzte, um ihn damit an Beinen und Hüfte zuzusetzen (seit vergangenem Jahr gibt es in Deutschland Integrationskurse für Imame – mehr hier).

Nachdem Ekiz eine offizielle Beschwerde gegen den Imam eingereicht hat, wurde nun eine administrative Untersuchung eingeleitet.

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