IOC Chef Rogge: Türkei muss sich zwischen Olympia 2020 und EM 2020 entscheiden

Entweder entscheidet sich die Türkei für die Olympischen Spiele 2020 oder aber die EM 2020. Beides auf einmal, das geht nicht, so IOC Präsident Jacques Rogge. Mit seiner Ansicht schließt er sich den Bedenken von UEFA-Präsident Michel Platini an. Der will für die Türkei votieren, doch nur, wenn das Land die Olympischen Spiele ad acta legt.

Zwei sportliche Ereignisse dieser Größe, das sei für die Türkei auf gar keinen Fall machbar. Sie könne, so der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), nur eine Bewerbung verfolgen: Entweder die für die Olympischen Spiele 2020 oder die Fußball-Europameisterschaft im gleichen Jahr. (Mitte April wurde die Nachricht von der offiziellen EM-Bewerbung bekannt – mehr hier).

IOC drängt auf Niederlegung der EM-Bewerbung

In einem Interview mit der AFP verwies IOC-Chef Jacques Rogge auf das IOC-Reglement. Dieses besagt, dass das Gastland der Spiele im gleichen Jahr keine weiteren sportlichen Wettbewerbe dieser Größenordnung austragen dürfe. Falls also die Olympischen Spiele 2020 nach Istanbul gehen, dann muss die Türkei von ihrer Bewerbung als Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft zurücktreten. Bereits am 23. Mai, so erklärt der 70-jährige Belgier weiter, würden im kanadischen Quebec die technischen Kapazitäten der Kandidaten beurteilt werden. „Mit anderen Worten, es geht um ihr Potenzial, die Spiele zu veranstalten.“ Der nächste Schritt würde dann am 7. September 2013 in Buenos Aires warten. Falls es Istanbul bis dahin schaffe, würde man dort respektvoll darum bitten, von einer Austragung der EM abzusehen. Letztlich sei das allerdings eine Entscheidung der Regierung in Ankara, die, das machte Rogge deutlich, jedoch über das weitere Wahlverfahren entscheide.

Jacques Rogge befindet sich damit auf einer Linie mit UEFA-Präsident Michel Platini. Auch er zeigte sich skeptisch, ob die Türkei gleich zwei sportliche Großereignisse in einem Jahr austragen könne, zumal man sich bei der Kandidatur für 2016 gegen Frankreich geschlagen geben musste. Das Angebot für 2016 sei durchaus stark gewesen, so Platini während des UEFA-Kongresses in Istanbul im vergangenen März. Für 2020 erwarte er ein noch stärkeres. „Das einzige kleine Problem, das ich damit habe ist, dass Istanbul 2020 auch ein Kandidat für die Olympischen Spiele ist. Wenn sie die Olympischen Spiele und die EM haben, wird das vielleicht ein bisschen schwierig werden.“ Ein Zuschlag für die EM, so stellte Platini heraus, wäre wahrscheinlicher, wenn sich die Türkei eben nicht für die Olympischen Spiele bewerben würde. Dann würde auch er die Kandidatur unterstützen. Denn er sei davon überzeugt, dass die Türkei die EM austragen solle (im vergangenen Monat gab die Türkei offiziell ihre Bewerbung bekannt – mehr hier).

Türkei ist aussichtsreicher Kandidat für Olympia 2020

Ebenso zuversichtlich ist man in der Türkei aber auch hinsichtlich eines Zuschlags für die Olympischen Spiele. Nach zahlreichen erfolglosen Bewerbungen erklärte Jugend-und Sportminister Suat Kılıç nun: „Die Türkei hat ihr bisher stärkstes Angebot gemacht.“ Bevor die Rede von einer EM 2020 war, galt Istanbul als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Sommerspiele (Erdogan erklärte noch im Januar die Olympischen Sommerspiele hätten nationale Priorität – mehr hier). Auf der anderen Seite ist die Türkei bisher das einzige Land, das formal Interesse an der EM 2020 gezeigt hat. Die Frist endet am 15. Mai. Im Wettbewerb um die Olympischen Spiele steht Istanbul bereits in Konkurrenz zu Tokio, Madrid, Doha und Baku.

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