Selbstmord: Türkischer Geschäftsmann, der 12-jähriges Mädchen kaufte, erhängt sich im Gefängnis

Der Fall eines 12-jährigen Mädchens, das vor sechs Jahren von seinem eigenen Vater für 5000 Lira an einen wesentlich älteren Geschäftsmann verkauft worden war, nahm jetzt eine tragische Wendung. Der verurteilte Käufer hat sich am vergangenen Mittwoch mit einem Bettlaken in seiner Gefängniszelle erhängt.

Sicherheitsbeamte im Gefängnis von Antalya fanden den 54-jährigen Yusuf A. an diesem Donnerstagmorgen tot in seiner Zelle vor. Sein Leichnahm wurde der Gerichtsmedizin zur Autopsie überstellt. Eigentlich sollte er eine 24-jährige Haftstrafe für die Greueltat im Jahr 2006 verbüßen. Der Vater des Mädchens war zu sieben Jahren, neun Monaten, 22 Tagen Haft verurteilt worden (die DTN berichtete von der Verurteilung Ende März – mehr hier).

Hüzeyin Güler, vom zuständigen Gericht in Antalya, kündigte eine Untersuchung des Falls an, wie sie bei allen Vorkommnissen, die sich in staatlicher Obhut zutragen würden, eingeleitet werden. Auch die Gefängnisverwaltung und alle involvierten Beamten würden einer Untersuchung unterzogen.

Das Gericht verurteilte Osman Y., den Vater der damals 12-jährigen E.Y., wegen „Freiheitsberaubung zu sexuellen Zwecken und sexuelle Nötigung“. Auch Yusuf A. wurde vom Gericht „der Freiheitsberaubung zum Zwecke des sexuellen Missbrauchs“ in Tateinheit mit „kontinuierlichen sexuellen Übergriffen“ für schuldig befunden.

Geschäftsmann bestritt Vergewaltigung vor Gericht

Erst im Februar dieses Jahres wurde der Fall, der mittlerweile bereits sechs Jahre zurückliegt, intensiv von den türkischen Medien aufgegriffen. Damals hatten die beiden Männer einen handschriftlichen Vertrag ausgearbeitet, dessen Kopie vor einigen Wochen in zahlreichen Blättern veröffentlicht wurde. Datiert war dieser auf den 12. Februar 2006. In einer Passage erklärte Osman Y.: „Ich habe meine Tochter für 5000 Lira verkauft. Ich übergebe meine Tochter E.Y. am 12. Februar 2006 an Yusuf A. Ich habe das Geld in bar erhalten. Meine Tochter steht vom erwähnten Datum an unter der Vormundschaft von Yusuf A. Ich als Vater habe meine Zustimmung gegeben. Das Mädchen hat auch eingewilligt und den Vertrag unterzeichnet.“

Der geschiedene Geschäftsmann, der ebenfalls vier Kinder hat, soll die Kleine darauf hin ins Hotel Kemer, in Antalya, mitgenommen und sie dort vergewaltigt haben. Während ihrer Gefangenschaft besuchte sie weiterhin die Schule. Die Situation des Mädchens flog erst auf als ein Berufsberater in der Schule darum bat aufzuschreiben, was sie bewegte. Darauf hin brach sie in Tränen aus und verließ fluchtartig das Klassenzimmer. Kurz später vertraute sie sich dann einem Lehrer an, der wiederum die Polizei informierte. Vor Gericht hat Yusuf A. stets bestritten mit dem Mädchen Verkehrt gehabt zu haben (die Behörden stuften das Mädchen als schwer traumatisiert ein – mehr hier).

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