Internetnutzung: Türkische User interessieren sich nicht für Pornos

"Kaum zu glauben" schicken selbst die türkischen Medien den Ergebnissen vorweg. Der Vorsitzende von Alternatif Bilişim Derneği präsentierte am vergangenen Donnerstag neueste Untersuchungsergebnisse des Europäischen Rates vor dem Türkische Parlament. Der will herausgefunden haben, dass sowohl Türken als auch Europäer wenig Interesse an Pornographie, Glücksspiel oder Matchmaking-Websites haben.

Die türkischen und europäischen User, so erklärte der Vorsitzende von Alternatif Bilişim Derneği, Ali Rıza Keleş unter Berufung auf einen kürzlich erschienenen Bericht des Europäischen Rates, seien vielmehr an Kunst, Nachrichten, Musik, Filmen und Literatur interessiert (am Welttag gegen Internetzensur hatten die Reporter ohne Grenzen die Türkei im Auge – mehr hier).

Keleş, so berichtet derzeit die türkische Zeitung „Hürriyet“, präsentierte die Daten am vergangenen Donnerstag der Informations- und Internet-Kommission im türkischen Parlament. Dem Bericht zufolge seien Nachrichten, Filme, Musik, Kunst, Literatur und Gesundheit die Top-Themen der türkischen Internet-User. Die Online-Kategorien, die sie am wenigsten interessieren seien hingegen Spiele, Pornographie, Romanzen und Match-Making. Die gleiche Studie, so heißt es weiter, zeige aber auch, dass Türken nicht die einzigen „braven Kinder“ in der virtuellen Welt seien. Auch die Europäer seien, so zeigt der Bericht des Europäischen Rates, Pornos nicht besonders zugetan (kürzlich hatte eine türkische Bank Beschwerde eingereicht, weil sie im Internet mit einer Pornoseite in Verbindung gebracht wurde – mehr hier).

Unterdessen meldete sich auch der Leiter der Entwicklungsabteilung des Ministeriums für Information und Gesellschaft, Emin Sadik Aydin, in einer weiteren Präsentation zu Wort und ergänzte das bisherige Bild. Unter Berufung auf seine eigenen Daten und denen des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) erklärte er, dass türkische User vor allem Online-Zeitungen und Zeitschriften lesen würden. Ihr Fokus liege hauptsächlich auf politischen Fragen, Vernetzung, akademischen und beruflichen Chancen sowie  Internet-Banking.

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